Hallo Janine, vor einem halben Jahr hast du uns zuletzt berichtet, dass im Sommer die Prüfungen anstehen. Im August ist schon der neue Ausbildungsjahrgang gestartet. Nun sind wir natürlich gespannt, was du Neues zu berichten hast. Dürfen wir gratulieren?


Ja, seit dem 26. Juni dieses Jahres darf ich mich offiziell „Luftverkehrskauffrau“ nennen und bin immer wieder überrascht, wie schnell die drei Jahre meiner Ausbildung vergangen sind.

 

Dem gingen natürlich die Abschlussprüfungen voraus: Vier schriftliche und eine mündliche. Die schriftlichen Prüfungen á 90 Minuten fanden an zwei aufeinander folgenden Tagen statt. An Tag 1 drehte sich zunächst alles um die Themen BWL, Englisch, Luftverkehrsfachkunde und Deutsch. Im Anschluss waren luftverkehrsspezifische Fragen mit kurzen Sachtexten zu beantworten. Am zweiten Tag folgte dann die Prüfung über Buchführung und Rechnen, also neben dem allgemeinen Rechnungswesen auch Tarif- und Frachtrechnen im Luftverkehr.

 

Bei der mündlichen Prüfung konnte ich aus den vier Themengebieten OPS, Check-in, Fracht und Buchung/Verkauf wählen. Ich entschied mich für die Passagierabfertigung/Check-in, da ich dort bei meinem Einsatz sehr selbstständig arbeiten und dabei viel praktische Erfahrung sammeln konnte. Aus zwei Fragestellungen konnte ich eine auswählen, zu der ich dann nach einer kurzen Vorbereitungszeit Stellung nehmen musste. Hierbei bietet es sich an, auch auf Schnittstellen zu anderen Bereichen einzugehen.

 

Nach einer Wartezeit, die sich wie eine Ewigkeit anfühlte, bekam ich noch am Prüfungstag vor Ort die Bestätigung, dass ich meine Prüfung bestanden habe.

 

 

Herzlichen Glückwunsch! Wie genau hattest du dich denn auf die Prüfungen vorbereitet?

Ich habe mir den offiziellen Prüfungskatalog, welchen man auf der IHK-Website einsehen kann, vorgenommen und Schritt für Schritt durchgearbeitet. Ich habe also zu jedem Punkt meine Schulungsunterlagen und Aufzeichnungen aus der Berufsschule gesichtet und die wichtigsten Details in ein A5-Buch übernommen. So hatte ich eine gute Übersicht, wie viel ich lernen musste und konnte mich am Ende auf das Wesentliche konzentrieren.

 

 

Und was war nach den Prüfungen? Was machst du jetzt?


Direkt nach meiner bestandenen mündlichen Prüfung, konnte ich ins Büro fahren, um meinen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Das offizielle Abschlusszeugnis der IHK wurde mir später per Post nach Hause geschickt.

 

In unserem Tarifvertrag ist geregelt, dass die Auszubildenden bei sehr guten Leistungen ein Jahr bzw. bei guten Leistungen ein halbes Jahr übernommen werden. Ich durfte mich über ein Jahr als Einstieg in den Beruf freuen. Seit Ende Juni arbeite ich nun als Mitarbeiterin im Vorfeldservice in Tegel, das bedeutet, ich fahre Follow-Me.

 

 

Jetzt bist du also als Mitarbeiterin bei uns angestellt. Damit ist deine Zeit als Auszubildende bei der FBB beendet – und damit auch die Zeit, in der wir dich gern immer wieder besucht und deine Neuigkeiten hier im Blog vorgestellt haben. Heute möchten wir dir zum Abschluss deshalb noch ein paar allgemeine Fragen stellen:

 


Was kannst du den nachfolgenden Generationen für die LVK-Ausbildung mit auf dem Weg geben?


Ich finde, dass es von Vorteil ist, wenn man sich schon frühzeitig für einen Arbeitsbereich bzw. eine Abteilung, in der man später arbeiten möchte, entscheidet und dann dort bereits während der Ausbildung Kontakte pflegt.

 

 

Was sollte ein LVK-Bewerber aus deiner Sicht mitbringen?


Am wichtigsten ist ein echtes Interesse am Luftverkehr! Dazu sollte man immer offen für Neues und auch zur Schichtarbeit bereit sein.

 

 

Welchen Tipp kannst du für das Bewerbungsverfahren geben?


Für den schriftlichen Eignungstest kann man sich ideal mit der gängigen Lektüre für kaufmännische Ausbildungsberufe vorbereiten. Im persönlichen Gespräch überzeugt man am besten mit einem selbstsicheren Auftreten – aber nicht übertreiben.

 

 

Was war für dich persönlich die interessanteste Erfahrung während der Ausbildung?


In meiner Ausbildung konnte ich viele interessante Erfahrungen sammeln, so z. B. zuletzt beim Champions League Finale in Berlin, als der FC Barcelona gegen Juventus Turin spielte. Dabei konnte ich die Spieler des FC Barcelona aus nächster Nähe erleben. Außerdem werde ich mich immer gerne an meine externen Einsätze am Check-in und bei den Ramp Agenten erinnern.

 

 

Gibt es etwas, das du an der Ausbildung verbessern würdest?


Ich hätte gerne noch etwas mehr Zeit im Bereich Aviation verbracht. Nicht umsonst habe ich mich schließlich für die Ausbildung zur Luftverkehrskauffrau entschieden.

 

 

Was ist dein Rat für die Abschlussprüfungen?


Man sollte sich rechtzeitig einen Überblick über den Lernumfang verschaffen und dann auch dementsprechend früh mit dem Lernen anfangen.

 

 

In diesem Sinne, wir sagen Danke, dass wir dich drei Jahre lang begleiten durften und du unseren Lesern Einblick in den Alltag einer Auszubildenden Luftverkehrskauffrau gegeben hast. Wir wünschen dir alles Gute!


Ich habe zu danken. Mir hat es sehr viel Freude bereitet, drei Jahre lang über meine Ausbildung zu berichten. Vor allem, weil ich so auch Leser dafür begeistern konnte, sich bei der FBB für diese Ausbildung zu bewerben.

 

Veröffentlicht am: 19.11.2015
von in Ausbildung, Flughäfen Schönefeld und Tegel, Gesichter am Flughafen
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Sandro Kupsch

Sandro Kupsch

Sandro Kupsch hat bei der Flughafengesellschaft seine Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann absolviert. Dabei hat er an den Flughäfen TXL und SXF selbst Flugzeuge und Passagiere abgefertigt und die komplexen Prozesse am Flughafen so hautnah erfahren. Jetzt ist er in der Pressestelle tätig und wird hier im Blog vorwiegend über luftverkehrsspezifische und operative Themen berichten und den Flughafenalltag sowie einige Besonderheiten erklären.

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