von Marcel Neitzel

Der Flughafen ist ja für viele ein besonderer Ort. Ein Ort, an dem man sich von seinen Liebsten verabschiedet, aber auch ein Ort, an dem dem Fernweh ein Ende bereitet wird. Es ergibt sich fast von alleine, dass sich hier auch diverse interessante Geschichten abspielen. Meine Kollegen von der Fluggastinformation in Schönefeld sitzen mitten drin im Geschehen. Angesiedelt inmitten des Terminals und als Ansprechpartner für jede Art von Problemen, bekommen sie natürlich so manches mit.

© Marcel Neitzel / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

© Marcel Neitzel / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Sie haben mir einige ihrer Geschichten erzählt, hier eine kleine Auswahl für euch.

 

Die erste Geschichte spielte sich an Heiligabend vor ein paar Jahren ab. Eine ältere Dame kam ganz aufgelöst zur Fluggastinformation. Sie habe ihre Dokumente im Bus vergessen. Darunter auch, wie sollte es anders sein, ihren Ausweis. Ohne diesen konnte sie natürlich nicht fliegen. Die Kollegen von der Fluggastinfo nahmen sich des Problems an. Denn der Sohn der alten Dame wartete in Köln am Flughafen, um sie abzuholen. Ihr sehnlichster Wunsch war, mit der Familie Weihnachten feiern zu können.

 

Während sich nun der Gemütszustand der Dame nicht gerade verbesserte und diese unter Tränen weiter ihr Problem schilderte, taten die Flughafenmitarbeiter alles in ihrer Macht stehende, um die Papiere zu besorgen. Nach etlichen Telefonaten durchsuchte ein Mitarbeiter der BVG den Bus. Dieser fand die Papiere und schickte einen Einsatzwagen der BVG los. Jetzt kam es nur noch auf Schnelligkeit an, denn der Check-in für den Flug war dabei zu schließen. Nach der Schilderung der Situation, erbarmten sich aber die Mitarbeiter des Check-in, diesen noch länger offen zu lassen. Zu guter Letzt kam der Einsatzwagen der BVG und brachte die Papiere. Die Dame konnte einchecken, an Bord gehen und ein glückliches Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie verbringen….ein Happy End.

 

© Alexander Obst, Marion Schmieding / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

© Alexander Obst, Marion Schmieding / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Nach der herzerwärmenden Geschichte, hier mal etwas kurioses:

 

Der nächste Vorfall brachte selbst die Bundespolizei und das Sicherheitspersonal zum Staunen. Eigentlich kennt jeder von uns die Situation, man ist viel zu früh am Flughafen oder der Flug hat Verspätung. Dazu ist es noch mitten in der Nacht und eigentlich will man sich nur eine Runde schlafen legen. Die meisten suchen sich eine Bank, ein paar legen sich auch mit ihrem Gepäck auf den Boden. Ein junger Mann hat es aber auf ein neues Level gebracht. Wahrscheinlich auf dem Weg zu einem Campingurlaub und das Zelt gerade griffbereit, dachte er sich wohl, das Terminal biete sich als guter Schlafplatz an. Im Handumdrehen war das Zelt mitten im Terminal aufgebaut und bezugsfertig. Er legte sich auch direkt schlafen. Einen Augenblick später war das Zelt umringt von Sicherheitspersonal und Polizisten. Alle schauten nicht wenig verdutzt drein. Mit schlafenden Passagieren auf Wartebänken, waren sie ja vertraut. Nach einer kurzen Beratungsphase war aber klar: Das Zelt muss weg. Nachdem man dem Herren freundlich sagte, dass dies so nicht möglich sei, baute dieser sein Zelt ab.

 

Wir hoffen natürlich, der junge Mann ist am Ende doch noch zu seinem Schlaf gekommen.

Veröffentlicht am: 08.10.2015
von in Flughäfen Schönefeld und Tegel
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gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.

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