Ich verreise für mein Leben gern. Am liebsten mit so wenig Gepäck wie möglich. Als ich neulich hörte, dass es Pläne für kleineres Handgepäck im Flugzeug gibt, wurde ich hellhörig. Muss ich mein geliebtes Rollköfferchen gegen ein kleineres Exemplar eintauschen? Oder muss ich es ab sofort wieder einchecken und kann nur meine Handtasche mit in den Flieger nehmen? Ich habe mich für euch schlau gemacht, was an den Plänen dran ist.

 

Das sind die Fakten: Im Juni dieses Jahres kündigte die IATA, die Branchenorganisation der Linienfluggesellschaften, eine Initiative an, die das Ziel hatte, die Maximalgröße für das Handgepäck an Bord zu verkleinern. Die Idee war, mit einer einheitlichen Richtlinie den Passagieren zu versichern, dass ihr Handgepäck von der Größe her auch wirklich zulässig für die Kabine ist. Geplant war einen Rollkoffer bzw. eine Tasche in den Maßen von 55 cm Länge mal 35 cm Breite mal 20 cm Tiefe an Bord zu erlauben.

 

© Pixabay

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Zunächst keine schlechte Idee, wenn man bedenkt, dass jede Airline die Handgepäck-Vorgabe individuell regelt. Die meisten Fluggesellschaften erlauben Handgepäck in den Maßen von 55 cm x 40 cm x 23 cm (z.B. Lufthansa). Andere Airlines erlauben sogar 56 cm x 45 cm x 25 cm (z.B. British Airways). Bei United darf das Handgepäck 22 cm x 35 cm x 56 cm groß sein. Doch die US-amerikanischen Airlines, Medien und Reiseverbände liefen gegen die geplante IATA-Regelung Sturm. Das sei eine weitere Einschränkung und unnötige Zumutung für die Passagiere.

 

Ein Zentimeter mehr oder weniger – wo ist das Problem? Eigentlich war die sogenannte „IATA Cabin OK“-Initiative geplant, Passagieren das Reisen zu erleichtern. Eine Regel für alle, so dass man sicher sein kann, dass das Normköfferchen auch wirklich in den Flieger reinrollen darf und man nicht frustriert wieder zum Check-in schlurfen muss, um das gute Stück als Aufgabegepäck abzugeben. Die US-amerikanische Reiseindustrie sah das anders. Tenor: Wir lassen uns da nicht reinreden.

 

© Katrin Knauth

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Mit den heftigen Protesten und der Verwirrung hatte die IATA nicht gerechnet. Nur wenige Tage später zog sie ihre „IATA Cabin OK“-Initiative wieder zurück. Ganz aus der Welt geschafft ist sie allerdings noch nicht. Nun will der Branchenverband seine Pläne überarbeiten. Übrigens: Low-Cost-Airlines wie easyJet und Ryanair, die nicht zur IATA gehören, wären von der Regelung nicht betroffen gewesen.

 

Fazit: Alles bleibt vorerst beim Alten. Mein Rollköfferchen ist weiterhin handgepäcktauglich. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob euer Handgepäck die zulässige Größe einhält, dann schaut bitte vor Abflug noch mal auf der Website eurer Fluggesellschaft nach.

 

Veröffentlicht am: 14.08.2015
von in Luftverkehr
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Katrin Knauth

Katrin Knauth

Katrin Knauth betreut seit 2007 als freie Redakteurin verschiedene Flughafen-Publikationen. Für den Blog schreibt sie über neue Ziele, Reisen mit Kindern und Berliner Kulturthemen. Sie liebt das Schreiben ebenso wie das Reisen. Ihr Lieblingsreiseziel: Südostasien.
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Kommentare (1)

  1. Svenja schrieb am 3. Oktober 2015:

    Danke für den Artikel, ich weiß nicht wie viele Artikel für Verwirrung gesorgt haben. Es hat sich wahrscheinlich niemand mehr getraut Handgepäckkoffer zu kaufen.

    Gruß,
    Svenja

    http://www.handgepaeck-ratgeber.de

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