von Sebastian Aust

Mit viel Unterstützung der Grundschulkinder aus Klasse 4a der Astrid-Lindgren-Grundschule in Schönefeld sowie Klasse 3c der Grundschule Schulzendorf wurde kurz vor den großen Sommerferien Anfang Juli das erste Gras für die Untersuchung der Luft im Umfeld des Flughafens Berlin-Schönefeld geerntet. Die Untersuchungsergebnisse werden im Rahmen des Umweltuntersuchungsprogramms der FBB erhoben und ermöglichen eine Einschätzung des Flughafeneinflusses auf die lokale Luftqualität.

 

Dr. Monica Wäber vom Institut UMW Umweltmonitoring erklärte den Schülerinnen und Schülern anschaulich Ziel und Aufbau der Untersuchung. Mit Handschuhen und Keramikschere, mit Zollstock und Waage ausgestattet, konnten die Kinder anschließend das in den vorigen vier Wochen, in Töpfen gewachsene Gras ernten. Dazu wurde vor dem Schnitt zunächst die Länge der Grashalme ausgemessen, anschließend das geschnittene Gras gewogen und behutsam für den Transport ins Labor verpackt. Die von den Schulkindern erfassten Daten wurden dabei sorgsam von Frau Dr. Wäber protokolliert. Auch der Aufbau der neuen Graskulturen an gleicher Stelle ging durch viele helfende Hände zügig von statten.

 

An den jeweiligen Grundschulen mit vor Ort waren auch Schönefelds Ortsvorsteher Herr Rust sowie Schulzendorfs Bürgermeister Herr Mücke, um die erste Grasernte des FBB-Biomonitorings 2015 zu begleiten.

 

Das Biomonitoring – also die Untersuchung der Luft mit Pflanzen – ist ein Teil des Umweltuntersuchungsprogramms der FBB zur Dokumentation der Luftqualität am hiesigen Flughafenstandort. Das Biomonitoring wird dabei auf den Schulhöfen in Schönefeld und in Schulzendorf sowie acht weiteren Messpunkten im Flughafenumfeld durchgeführt.

 

Über einen Zeitraum von drei Monaten – und zwar von Anfang Juni bis Ende August 2015 – werden dreimal nacheinander, jeweils drei Graskulturen je Messpunkt für vier Wochen den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Das Münchner Institut UMW Umweltmonitoring wird die Pflanzen nach der Ernte auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Schwermetalle untersuchen. Diese Stoffe treten u.a. als Rückstände von Verbrennungsprozessen beispielsweise im Straßen-, Bahn- und Luftverkehr auf und werden auch durch Industrie und häusliche Kleinfeuerung verursacht.

 

  • Biomonitoring mit Graskulturen nach VDI-Richtlinien © Günter Wicker / FBB

  • Unterricht unter freiem Himmel und zum Mitmachen © Günter Wicker / FBB

  • Schüler der 4a aus Schönefeld mit Dr. Monica Wäber © Günter Wicker / FBB

  • Für die Untersuchung wird zunächst die Graslänge gemessen, … © Günter Wicker / FBB

  • … dann wird das Gras geschnitten, gewogen und verpackt © Günter Wicker / FBB

  • Vielen Dank an die Klasse 4a aus Schönefeld,... © Günter Wicker / FBB

  • … sowie die Klasse 3c Grundschule Schulzendorf © Günter Wicker / FBB

  • Messpunkt in unmittelbarer Flughafennähe © Monica Wäber / UMW

  • Weitere Messpunkte befinden sich u.a. im ländlichen Gebiet © Monica Wäber / UMW

 

Um nun den Flughafeneinfluss auf die Luftqualität zu untersuchen, werden die Messpunkte sowohl in unmittelbarer Nähe als auch mit zunehmender Entfernung zum Flughafen, in bewohnten als auch in landwirtschaftlich genutztem Gebiet platziert. Dies ermöglicht nicht nur die Bewertung der Luftqualität an den einzelnen Messpunkten, sondern durch den Vergleich aller Messpunkte miteinander auch eine Einschätzung des Flughafeneinflusses auf die Luftqualität.

 

Zusätzlich kann durch den Einsatz von Gräsern eine Aussage über die Anreicherung von Schadstoffen aus der Luft in der Nahrungskette getroffen werden, denn Gräser werden u.a. als Futtermittel in der Tierhaltung eingesetzt, für die gesetzlich festgelegte Höchstgehalte und Prüfwerte vorliegen. Diese können mit den Untersuchungsergebnissen verglichen werden.

 

Das Biomonitoring der FBB erfolgt nach genauen Vorgaben des Vereins Deutscher Ingenieure. Diese betreffen u.a. die Erde, in der die Pflanzen angezogen werden, die Qualität des Gießwassers und die Erntemethoden. Das hohe Maß an Standardisierung garantiert daher eine gute Vergleichbarkeit der Ergebnisse.

 

Mit dem diesjährigen Biomonitoring setzt die FBB die Untersuchung der Vorjahre 2011-2013 fort. Dabei soll gezielt geprüft werden, ob die Nutzung der Südbahn zu Veränderungen bei der Umweltuntersuchung im Vergleich zu den Vorjahren führt.

 

In allen bisherigen Untersuchungen im Rahmen des Biomonitorings mit Gräsern als auch mit Grünkohl wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Ein Einfluss des Flughafens auf die Luftqualität ist nicht nachweisbar.

 

Nach Abschluss der diesjährigen Untersuchung, werden die Ergebnisse erneut auf der Website der FBB veröffentlicht. Dort sind auch die Untersuchungen und Ergebnisse der Vorjahre einsehbar.

 

Die FBB betreibt seit 2011 eine Luftgüte-Messstelle auf dem Flughafengelände Berlin-Schönefeld. Neben dem Biomonitoring mit Graskulturen und Grünkohl, untersucht die FBB auch Honig, Pollen und Waben, um Aufschluss über die Umweltwirkungen des Flugverkehrs zu erhalten.

 

Weitere Informationen zum Biomonitoring finden Sie unter http://www.berlin-airport.de/de/unternehmen/umwelt/luft/biomonitoring/index.php.

 

Veröffentlicht am: 23.07.2015
von in Flughäfen Schönefeld und Tegel, Umwelt und Umland
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gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.

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