Habt ihr Lust auf Flugzeuge, auch wenn sie etwas kleiner sind als an unseren Flughäfen in Tegel und Schönefeld? Dann seid ihr in Schönhagen richtig. Am größten Verkehrslandeplatz Ostdeutschlands gibt es für Luftfahrtenthusiasten jede Menge interessanter Dinge zu entdecken. Schönhagen liegt im Süden vor den Toren Berlins und „heißt“ für Piloten EDAZ. Das ist der ICAO-Code, der unter anderem auf Luftkarten benutzt wird. Nach diesem Code „heißt“ Schönefeld zum Beispiel EDDB und Tegel EDDT. Insgesamt sind rund 170 Flugzeuge in EDAZ stationiert. Mit 40 ansässigen Firmen ist der Flugplatz auch wirtschaftlich von großer Bedeutung für die Region. Die Firmen vor Ort sind vor allem in der Ausbildung, in Vercharterung und Wartung sowie im Flugzeugbau tätig.

 

Weil es sich nicht um einen Verkehrsflughafen wie Schönefeld oder Tegel handelt, wird man hier keine Airliner zu Gesicht bekommen. Der Großteil der Flugzeuge bewegt sich mit Propellern vorwärts. Aber auch Segelflieger und Businessjets starten und landen gern in Schönhagen. Und selbst eine Transall flog schon Landeübungen am Platz. Weil dafür jedoch eine Sondergenehmigung nötig ist, da EDAZ eigentlich für Flugzeuge bis maximal zwölf Tonnen Startgewicht ausgelegt ist und eine Transall diese Marke deutlich reißt, kommt das eher selten vor.

 

Rundflüge und selber fliegen
Wenn ihr den Flugplatz besucht, solltet ihr euch die Gelegenheit für einen Rundflug nicht entgehen lassen. Direkt nach dem Start kann man Berlin schon in etwas Entfernung sehen. Weil Flugzeuge schnell sind, hat man nach wenigen Minuten die Stadt erreicht und kann die wunderschöne Aussicht aus wenigen Hundert Metern Höhe genießen. Von hier hat man eine ganz andere Perspektive als aus einem startenden oder landenden Verkehrsflugzeug, das deutlich höher fliegt. Verschiedene Anbieter haben Rundflüge im Programm, wobei die Auswahl zwischen Helikopter, Gyrokopter und Kleinflugzeugen beachtlich ist. Eine Übersicht über die Angebote in EDAZ findet ihr hier.

 

Auch die Vereine am Platz freuen sich über Interessierte. Wenn ihr euch für die Fliegerei begeistert, solltet ihr einfach mal nachfragen und einen Termin vereinbaren. In den Vereinen gibt es viele Mitglieder, die gern die Technik und die Grundlagen des Fliegens erklären und einen vielleicht auch zu einer Runde am Himmel mitnehmen. Wenn man ein wenig Glück hat, kann man auch selber mal das Flugzeug steuern. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich auf jeden Fall! Da kann es durchaus passieren, dass man vom Fliegerei-Virus befallen wird und nach der Landung sofort wieder starten möchte. Falls das passiert: Keine Sorge. In vielen Vereinen kann man ebenso wie in den privaten Flugschulen die verschiedensten Lizenzen für Hobby- und Berufspiloten erwerben. Mehr zum Thema findet ihr hier.

 

 

  • Der Propeller einer Turboprop vor Tower und Terminal von EDAZ. © Monika Kühn/EDAZ

  • Luftkarten im Briefingraum zur Flugvorbereitung. © Hendrik Rybicki/FBB

  • Dreh-Systeme in vielen Hallen machen das Hangarieren komfortabel. © Monika Kühn/EDAZ

  • Bei Großveranstaltungen in Berlin kommen viele Flieger nach EDAZ. © Monika Kühn/EDAZ

  • Am Champions-League-Wochenende war besonders viel los. © Monika Kühn/EDAZ

  • Blick ins Terminal in Schönhagen mit der Flieger-Lounge. © Hendrik Rybicki/FBB

  • Maschinen auf den Parkpositionen auf dem Vorfeld. © Hendrik Rybicki/FBB

  • Mit bestem Blick auf Landebahn und Vorfeld: Der Tower. © Hendrik Rybicki/FBB

  • Insgesamt sind in EDAZ 170 Flugzeuge stationiert. © Hendrik Rybicki/FBB

  • Am Champions-League-Wochenende war in EDAZ einiges los. © Monika Kühn/EDAZ

 

 

Ausflugsziel Flugplatz
Aber auch wenn ihr nicht selber fliegen möchte, bietet es sich an, einen Ausflug nach EDAZ zu unternehmen. Am Flugplatz gibt es neben den Flugzeugen nämlich auch noch viele andere interessante Dinge. Zum Beispiel hat das Tower Restaurant Cockpit eine Aussichtsterrasse im ersten Stock des Terminals, in dem man wunderbar bei leckerem Essen oder einem Eis das Treiben auf dem Vorfeld beobachten kann. Vor allem bei schönem Wetter ist hier einiges los.

 

Wer keinen Hunger oder Durst hat, dem sei der kleine Hügel neben dem Terminal empfohlen, der kostenlos zugänglich ist und von dem aus man einen ebenso guten Überblick über Vorfeld und Landebahn hat. Hier könnt ihr entspannt auf Bänken sitzen und Flieger beobachten. Mit etwas Glück lässt sich auch der Tower besichtigen. Dazu müsst ihr einfach beim Personal im Terminal anfragen und wenn es die Verkehrs- und Personallage erlaubt, könnt ihr einen Blick hinter die Kulissen werfen. Das ist besonders für Kinder eine spannende Sache. Apropos Kinder: Wenn euch der Sinn danach steht, eine ruhige (oder auch wilde) Kugel zu schieben, dann könnt ihr am Flugplatz Schönhagen auch Minigolf spielen. Dafür können sich ja neben Kindern auch viele Erwachsene begeistern.

 

Anreise und weitere Infos
Die Anfahrt zum Flugplatz Schönhagen ist aus Berlin und Umland für einen Tagesausflug sehr gut zu bewerkstelligen. Wer nicht auf dem Luftweg einschwebt, kann mit dem Rad nach EDAZ kommen. Von Schöneberg sind es beispielsweise rund 40 Kilometer. Wenn euch das zu weit ist, gibt es als Alternative den RE 5, der vom Potsdamer Platz bis Trebbin nur 25 Minuten braucht. Die sieben Kilometer vom Bahnhof zum Platz sind dann mit dem Rad leicht zu überbrücken. Der Flugplatz Schönhagen bietet auch einen Shuttle-Service an, der Gäste für zwölf Euro vom Bahnhof abholt. Mit dem Auto braucht ihr vom Kudamm etwa 35 Minuten und von Potsdam aus gute 25 Minuten. Alle weiteren Infos zum Flugplatz Schönhagen findet ihr unter: http://www.flugplatz-schoenhagen.aero/

 

 

Übrigens
Schönhagen ist natürlich nicht der einzige Flugplatz im Berliner Umland. Wenn ihr spontan einen Ausflug zu einem Flugplatz machen möchtet, könnt ihr auch nach Oehna/Zellendorf im südlichen Brandenburg zu den Flugtagen am 20. und 21. Juni fahren. Dort könnt ihr viele Flugzeuge sehen und unter anderem auch Tandemfallschirmsprünge machen oder euch in einen Gästekunstflug trauen.

Und falls es lieber das Wochenende danach sein soll, bietet sich der Flugplatz Strausberg mit dem Flugplatzfest am 27. und 28. Juni an. Aus Berlin kommt ihr mit der S-Bahn bis zur Station Strausberg Nord, die fast schon auf dem Platz liegt. Beim Flugplatzfest gibt es jede Menge Flugvorführungen und andere Attraktionen.

 

Veröffentlicht am: 17.06.2015
von in Ganz nah, ganz fern, Umwelt und Umland
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Hendrik Rybicki

Hendrik Rybicki

Hendrik Rybicki stieß im Februar 2015 als Volontär zum Team der Pressestelle. Er begeistert sich von Kleinauf für die Luftfahrt und interessiert sich für alles rund um die Fliegerei, vor allem für zivile Motorflugzeuge - von der Cessna C152 bis zum Airbus A380. Da lag es nahe, nach dem Studium zur Pressestelle des Flughafens zu gehen, um sein Interesse für Journalismus und Politik mit dem an der Luftfahrt zusammenzubringen.

Kommentare (1)

  1. Stefan Heicking schrieb am 26. Juni 2015:

    Gut geschrieben!
    Der Artikel animiert mich, mit den Kindern demnächst einen Flugplatz zu besuchen :-)

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