Eigentlich stehen bei der Berlinale ja die Stars und Filme im Mittelpunkt. Uneigentlich ist das Filmfestival aber ein tolle Möglichkeit, die Stadt einem wirklich internationalen Publikum zu präsentieren. Und am Publikumsfestival können die Berlinerinnen und Berliner außergewöhnliche Filme sehen, die es erst viel später oder nie ins Kino schaffen werden. Schlussendlich können wir wohl einen guten Teil der Berlinale-Gäste auf unseren Flughäfen Schönefeld und Tegel, in den öffentlichen Terminals oder im GAT, begrüßen.

 

Grund genug also, um auch in unserem Blog einen kurzen Ausblick auf die Berlinale zu geben. Das Programm ist veröffentlicht und ab Montag könnt ihr euch um die immer schnell ausverkauften Tickets bemühen. Nutzt also am besten den Sonntag, um euch auf die Berlinale einzustellen und eure Highlights im Kalender zu vermerken.

 

Berlinale am Potsdamer Platz ©visitBerlin Tanja Koch

Berlinale am Potsdamer Platz ©visitBerlin Tanja Koch

Die Berlinale 2015 ist tatsächlich schon die 65. Ausgabe des Filmfestivals. Vom 5. bis 15. Februar gibt es ein dicht gepacktes Programm von fast 400 Filmen. Das Geschehen spielt sich rund um den Potsdamer-Platz mit dem Berlinale Palast und an vielen weiteren Kino-Standorten vor allem in Mitte und Charlottenburg ab. Aber auch in unserer Nachbarschaft in Friedrichshagen kommt die Berlinale vorbei.

 

Im Wettbewerb konkurrieren 19 Filme um die goldenen und silbernen Bären. Eröffnet wird die Berlinale mit dem Wettbewerbsbeitrag und Weltpremiere „Nobody Wants the Night“ von Isabel Coixets – ein Abenteuerfilm, der 1908 in Grönland spielt. Über die Wettbewerbsfilme wertet eine Jury unter dem Vorsitzenden Darren Aronofsky, der US-amerikanische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent verantworte zum Beispiel Filme wie „The Wrestler“ oder „Black Swan“. Sein Statement zur Berlinale: „Ich freue mich darauf, die jüngsten Werke großartiger Filmemacher in einer der tollsten Städte der Welt zu sehen.“

 

Noch vielfältiger und individueller wird es im Panorama. Hier wird vor allem Arthouse-Kino gezeigt. Laut Berlinale-Ankündigung sind Schwerpunkte einerseits Filme zur jüngsten Geschichte Ostasien oder zu Kindesmissbrauch, anderseits stehen aber auch Musikdokumentationen auf dem Spielplan. Eine davon möchten wir euch besonders ans Herz legen: „B-Movie – Lust & Sound in West-Berlin“ von Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck und Heiko Lange, der in den 1980 Jahren in Berlin spielt. Unter anderem sind Gudrun Gut, Blixa Bargeld und Nick Cave mit von der Partie.

 

Wer die Berlinale dazu nutzen will, Filme zu sehen, die es sonst nie ins Kino schaffen, ist mit dem Forum am besten bedient. Hier haben alle Nischen ihre Berechtigung. Avantgarde, Experiment, Essay, Langzeitbeobachtungen, politische Reportagen und noch unbekannte Kinematografien. Die Filme des Forums bewegen sich im Grenzbereich von Kunst und Kino.

 

Spannend finde ich ja auch die Retrospektive und Berlinale Classics. Hier werden alte Filme in neu restaurierten Fassungen gezeigt. Mit dabei sind dieses Jahr „Varieté“ von Regisseur E. A. Dupont, ein Eifersuchtsdrama im Zirkusmilieu, der 2014/2015 durch die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria digital restauriert wurde. Die neu komponierte Musik hat Martyn Jacques, künstlerischer Leiter der Band The Tiger Lillies, geschrieben. Ebenfalls gezeigt wird “Jahrgang 45“ von Jürgen Böttcher. Der Film zeigt das Lebensgefühl junger Menschen im Prenzlauer Berg der 1960er Jahre und wurde in der DDR verboten. Die digitale Restaurierung wurde 2014/15 durch die DEFA-Stiftung realisiert.

 

Ihr seht, das Programm ist so vielfältig, dass euch nur der Blick auf die offizielle Berlinale-Seite bleibt. Viel Spaß beim Stöbern und im Kino.

 

 

CinemaxX Kino am Potsdamer Platz ©Vincent Mosch

CinemaxX Kino am Potsdamer Platz ©Vincent Mosch

Der Ticketvorverkauf beginnt am 2. Februar 2015 um 10.00 Uhr (MEZ). Tickets können jeweils drei Tage im Voraus erworben werden, für die Wettbewerbswiederholungen vier Tage im Voraus. Am Tage der Vorstellung sind Tickets nur an den Tageskassen der Kinos erhältlich. Für alle Vorführungen im Friedrichstadt-Palast, im HAU, in den Spielstätten des Kulinarischen Kinos und der Sonderreihe „Berlinale Goes Kiez“ sowie am „Berlinale Publikumstag“ (Sonntag, den 15. Februar) beginnt der Vorverkauf ebenfalls am 2. Februar.

 

Veröffentlicht am: 31.01.2015
von in Ganz nah, ganz fern
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Verena Heydenreich

Verena Heydenreich

Verena Heydenreich ist schon eine gefühlte Ewigkeit in der Pressestelle der Flughafengesellschaft. Zumindest so lange, dass sie den BER buchstäblich aus der Erde hat wachsen sehen. Über die Genehmigung zum Ausbau, den ersten Spatenstich und das Terminal-Richtfest hat sie das Entstehen des neuen Flughafens für die Hauptstadtregion miterlebt und vor allem für die verschiedensten Publikationen darüber geschrieben. Aktuelles Lieblingsthema: Krisenkommunikation. Die Berlinerin seit 1998, die nirgends wo anders leben möchte, findet Flughäfen vor allem spannend, weil sie ein wichtiger Motor für die Entwicklung der Stadt sind. Was sie alles bloggen wird, weiß sie heute auch noch nicht.
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