von Maren Kletzin

… und nehme mit: eine Tube Zahnpasta, eine Badehose und ein Taschenmesser. Das beliebte Spiel, das meine Eltern früher vorzugsweise unterwegs mit mir gespielt haben, weil man nichts weiter dazu braucht als sich selbst und den eigenen Kopf, dürfte vielen bekannt sein. Gewonnen hat derjenige, der sich die meisten Gegenstände merken kann. Doch mindestens genauso wichtig wie die Frage nach dem „Was“ ist die Frage nach dem „Wie“: Wie packe ich meinen Koffer, damit ich möglichst viele Dinge auf engem Raum verstauen kann? Und bei Flugreisen: Wie packe ich strategisch, damit ich möglichst rasch durch die Sicherheitskontrolle komme? Antworten auf diese Fragen sowie den ein oder anderen nützlichen Tipp gibt es in diesem Blogbeitrag und in unserem neuen Video der Serie „How to Fly“.

 

Pack’s an!

Gut Ding will Weile haben. Deswegen gilt auch beim Kofferpacken die Devise: nicht erst auf den letzten Drücker. Am besten legt ihr euch die Dinge, die ihr mitnehmen wollt, spätestens einen Tag vor der Abreise bereit und packt alles, was ihr bereits entbehren könnt, schon mal in den Koffer. So ist die Gefahr geringer, etwas zu vergessen, und ihr könnt euch die Zeit nehmen, um den Koffer richtig zu packen. Wichtig ist in jedem Fall, sich vorab über die Gepäckbedingungen der jeweiligen Airline zu informieren. Diese haben oft unterschiedliche Bestimmungen zu Maximalgewicht, Größe und Anzahl der Gepäckstücke, wobei für Aufgabe- und Handgepäck unterschiedliche Bedingungen gelten.

 

Nachdem alle Dinge zusammengesucht und übersichtlich ausgebreitet sind – zum Beispiel auf dem Bett – geht es ans Packen. Grundsätzlich gilt: Alle schweren Dinge (Schuhe, Föhn etc.) gehören nach unten. Unten ist zum einen auf dem „Kofferrücken“, aber auch immer die dem Tragegriff gegenüberliegende Seite; und bei Trolleys die Seite, an der sich die Rollen befinden. Die Hohlräume in den Schuhen lassen sich prima mit Socken, zusammengerollten Gürteln oder Krawatten ausstopfen, um Platz zu sparen. Damit die Schuhsohlen den Kofferinhalt nicht verschmutzen, könnt ihr ihnen eine Duschhaube überziehen oder das ganze Paar in einen Beutel verpacken. Turnschuhe werden am zweckmäßigsten mit der Sohle zum Kofferrand und Schuhe mit hohem Absatz mit voneinander wegweisenden Sohlen, ineinander „verkeilt“, im Koffer verstaut.

 

Meist ist in der ersten Schicht neben den Schuhen noch Platz für T-Shirts oder Ähnliches. Füllt diesen Raum auf, bis eine Ebene entsteht. Um Blusen und Hemden besser vor dem Verknittern zu schützen, empfiehlt es sich, diese ineinander zu falten. Wer will, kann zusätzlich auch Seidenpapier (im Bürofachhandel erhältlich) dazwischen legen. Das schützt die Kleidung ebenfalls vor Falten. Damit das Volumen eines solchen Stapels nach oben hin nicht so schnell zunimmt, sollten Hemden und Blusen versetzt gestapelt werden. Das heißt konkret: Immer abwechselnd die Kragenseite eines Oberteils auf die Nichtkragenseite eines anderen legen. Die Zwischenräume in der ersten Ebene, können mit Socken, Unterwäsche oder Badekleidung gestopft werden.

 

Für das weitere Füllen des Koffers gibt es verschiedene Varianten. Ein Video des Flughafens London Heathrow empfiehlt, Hosen, Röcke und Kleider erst mal ausgebreitet übereinanderzustapeln, sodass die Enden jeweils über den Kofferrand hinausragen. Anschließend alle Enden abwechselnd in den Koffer klappen. Man kann Jeans und T-Shirts aber auch rollen. Das spart Platz und schützt gleichzeitig vor unerwünschten Falten. Besonders knitterempfindliche Oberteile könnt ihr um leere Küchenpapierrollen wickeln. Die Hohlräume in den Rollen bieten Platz für Socken oder Unterwäsche sowie für kleine zerbrechliche Gegenstände. Empfindliche Gegenstände könnt ihr aber auch einfach so in Kleidungsstücke einrollen. Dinge, die auslaufen können, wie Shampoo, Duschgel oder Cremes, sollten immer in Plastiktüten verpackt werden, damit man beim Öffnen des Koffers keine böse Überraschung erlebt.

 

Wenn schließlich alles verstaut ist, am besten ein Handtuch obenauf legen, um eine Glatte Fläche als Abschluss zu haben. So könnt ihr den Koffer nachher leichter schließen, weil die Koffergurte gleichmäßig alle Kleidungsstücke zusammenhalten. Wollt ihr kein Handtuch mitnehmen, könnt ihr auch ein größeres Kleidungsstück als Abschluss verwenden – beispielsweise ein Sakko oder eine Jacke – bei dem ihr erst die Ärmel einschlagt und das Ganze dann nur einmal in der Mitte faltet. Tipp: Damit die Schulterpolster bei Sakkos nicht zerdrückt werden, könnt ihr diese ebenfalls mit Socken, Wäsche oder leeren Klopapierrollen ausstopfen.

 

Leichter reisen „ohne Gepäck“

Bei Flugreisen wird das Gepäck im Normalfall beim Check-in aufgegeben. Ohne sich während der Reise um das Gepäck kümmern zu müssen, erreicht man den Zielort, wo man seinen Koffer am Gepäckband wiederbekommt. Um euer Gepäckstück auf dem Band schnell auszumachen, ist es ratsam, euren Koffer mit einem eindeutigen Kennzeichen zu versehen, beispielsweise einem Koffergurt oder einem Aufkleber. Außerdem solltet ihr immer einen Gepäckanhänger mit Name, Adresse und Handynummer sowie am bestem der Adresse des Reiseziels (z.B. des Hotels) am Gepäckstück befestigen. Viele Koffer haben einen solchen „Anhänger“ bereits integriert und ihr müsst ihn nur noch ausfüllen.

 

Vor allem bei Reisen ins Ausland empfiehlt es sich, im Aufgabegepäck auch Kopien der wichtigsten Dokumente (Reisepass oder Personalausweis etc.) zu verstauen. Sollte euch das Portemonnaie geklaut werden, habt ihr so immerhin noch ein Papier in der Hand, mit dem Ihr euch notdürftig ausweisen könnt. Wertsachen und Dinge, die ihr auf jeden Fall braucht, wie das Ladekabel eures Handys, Medikamente oder Ähnliches, sollten immer im Handgepäck verstaut werden. Damit schützt ihr eure Nerven, wenn der Koffer verzögert am Zielort ankommen sollte.

 

Reisen mit Handgepäck

Immer mehr Passagiere reisen sogar nur noch mit Handgepäck. Wenn man lediglich ein paar Tage unterwegs ist, reicht das auch völlig aus. Die Bestimmungen für Handgepäck in Bezug auf Gewicht, Größe und Anzahl sind von Airline zu Airline verschieden. Deswegen gilt: Informiert euch in jedem Fall vor Antritt der Reise, wie viel Handgepäck ihr mitnehmen dürft.

 

Zudem gelten für Gegenstände, die im Handgepäck transportiert werden, besondere Bedingungen. Es gibt eine Liste von Dingen, die aufgrund von EU-Richtlinien überhaupt nicht im Handgepäck transportiert werden dürfen, z.B. Schusswaffen oder spitze und scharfe Gegenstände, mit denen man andere verletzen kann. Auch für den Transport von Flüssigkeiten gibt es seit 2006 neue EU-Regelungen. Demnach dürfen Flüssigkeiten nur in kleinen Mengen, d.h. bis maximal 100 ml, transportiert werden. Diese müssen sich zudem in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Plastikbeutel mit einem Fassungsvermögen von maximal einem Liter befinden. Pro Passagier darf nur ein Plastikbeutel im Handgepäck mitgenommen werden. Flüssigkeiten, die darüber hinausgehen, müsst ihr im Aufgabegepäck verstauen oder – wenn ihr kein Gepäck aufgebt – leider zu Hause lassen. Umfassende Informationen hierzu findet ihr auf der Seite der Bundespolizei.

 

Bei der Sicherheitskontrolle muss der Plastikbeutel mit den Flüssigkeiten dann extra vorgezeigt und „durchleuchtet“ werden. Das gilt auch für Laptops und Tablets, wie unser neues Video der Serie „How to Fly“ zeigt. Ihr könnt also schon beim Packen beeinflussen, wie schnell ihr durch die Kontrolle kommt. Am besten packt ihr die Flüssigkeiten und den Laptop oder das Tablet obenauf in die Tasche oder den Koffer. So habt ihr bei der Kontrolle beides schnell parat und dem Abflug steht nichts mehr im Wege.

Veröffentlicht am: 13.01.2015
von in Flughäfen Schönefeld und Tegel
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gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.
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