von Friederike Herold

Kaum ein Fest ist so voller Traditionen, Sitten und Gebräuche wie das Weihnachtsfest. Zu einem gelungenen Fest gehören in Deutschland ein geschmückter Tannenbaum, ein Weihnachtsmann und natürlich Geschenke. In anderen Ländern wird das Fest der Liebe aber auch ganz anders begangen.

 

  • Geschenke (Wikipedia, Sigismund von Dobschütz)

  • Julbock

  • Lucia (Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei, Berlin-Prenzlauer Berg)

  • Weihnachtsmann (airberlin)

Bei unserem Nachbar in den Niederlanden zum Beispiel dreht sich alles um „Sintaklaas“, wie der Nikolaus dort genannt wird, und seinen Helfer „Zwarter Piet“ („Schwarzer Peter“). Der Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten ist deshalb auch der Nikolausabend am 5. Dezember. Hier werden Geschenke ausgetauscht und lustige Gedichte vorgetragen. Neben ihren geputzten Schuhen stellen die Kinder „Sintaklaas“ auch Wasser, Heu oder eine Mohrrübe für sein Pferd hin. Bei den Dänen beginnt Weihnachten bereits am 23. Dezember. Hier wird traditionell mit Apfelkuchen und Tee der „Lillejuleaften“, der „Kleine Heilige Abend“ gefeiert. Der Weihnachtsbaum wird am Morgen des 24. Dezembers in rot und weiß, den dänischen Landesfarben, geschmückt. Die Weihnachtsmann wird dort „Julemand“, genannt und kommt in Begleitung zahlreicher Wichtel („Nissen“). Den Helferlein stellen die Dänen zum Weihnachtsessen extra eine Schüssel mit Reisbrei bereit, damit diese auch im nächsten Jahr den Platz für die Weihnachtsgeschenke finden. Die Geschenke in Schweden bringt dagegen der „Julbock“. Aus Stroh und teilweise in Lebensgröße darf er zur Weihnachtszeit in keinem schwedischen Haushalt fehlen. Die Tradition des „Julklapps“ ist auch bei uns bekannt. Der Reiz der besonderen Sitte der Geschenkübergabe ist, zu erraten, von wem ein Geschenk kommt. In England kommt am 1. Weihnachtsfeiertag „Gregor“, ein mit Backpflaumen und Äpfeln oder Hackfleisch und Brot gefüllter Truthahn, auf den Tisch. Die Geschenke steckt „Father Christmas“ in die am Kaminsims aufgehängten typischen Weihnachtsstrümpfe („stockings“). Über die britischen Landesgrenzen hinaus bekannt ist auch die Weihnachtstradition des Küssens unter einem im Türrahmen aufgehängten Mistelzweig. Familien in Frankreich besuchen am Abend des 24. Dezembers die Weihnachtsmesse, die sogenannte „Messe de Minuit“. Während dieser Zeit bringt „Père Noel“ die Geschenke ins Haus. Auch am Weihnachtsabend lassen sich die für ihr gutes Essen bekannten Franzosen nicht lumpen und servieren Delikatessen wie Pasteten, Austern und Champagner. Spanische Kinder müssen sich noch etwas länger gedulden. Zwar wird der Heilige Abend in Spanien auch mit einem festlichen Weihnachtsessen und der Mitternachtsmesse begangen, die Geschenke gibt es traditionell jedoch erst am Dreikönigstag, dem 6. Januar. Laut wird es am 24. Dezember in Griechenland. An diesem Abend ziehen die Kinder mit Glocken und Trommeln durch die Straßen, um damit Kobolde ferngehalten. Die Bescherung findet hier in der Nacht zum 1. Januar statt, wenn der „heilige Vassilius“ die Geschenke vor die Betten der Kinder legt. Da man in Russland nach dem julianischen Kalender lebt, fällt der Weihnachtsfeiertag auf unseren 7. Januar. Geschenke gibt es aber bereits in der Nacht zum 1. Januar. Sie werden vom „Väterchen Frost“ gebracht, der von „Schneeflocke“ und „Neujahr“ begleitet wird. Laut, bunt und fröhlich wird Weihnachten in Mexiko gefeiert. Neben den traditionellen Umzügen („psadas“) mit Feuerwerk freuen sich die Kinder dort vor allem auf die „Pinata“. Das mit Süßigkeiten gefüllte Pappmaschee- oder Tongefäß wird an der Zimmerdecke aufgehängt. Abwechselnd schlagen die Kinder mit verbundenen Augen mit dem Stock darauf ein bis die Leckereien zum Vorschein kommen. Da in Australien im Dezember Hochsommer herrscht, ist dort ein Weihnachtsmann in Badehose am Pool nichts Ungewöhnliches. Das Weihnachtsessen wird meist vom Grill serviert und auf einer der zahlreichen Strandpartys verzehrt.

 

Egal wie gefeiert wird, Weihnachten ist eine der schönsten Zeiten im Jahr. In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes und friedliches Weihnachtsfest und einen erholsamen Jahresausklang.

Veröffentlicht am: 22.12.2014
von in Ganz nah, ganz fern
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gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.
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