von Fabian Klonsdorf

 

Als ich am 1. August aus dem Fenster meines Büros im zweiten Stock des Verwaltungsgebäudes schaute, sah ich 31 junge Menschen, die in diesen Augenblicken ihre Ausbildung bzw. ihr duales Studium bei der Flughafengesellschaft begonnen hatten. Das weckte Erinnerungen. Deshalb möchte ich euch einen kleinen Einblick in die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten an den Flughäfen Schönefeld, Tegel und dem BER geben und lasse dafür mein erstes Ausbildungsjahr bei der FBB Revue passieren.

 

Zuerst jedoch zu mir. Ich heiße Fabian, bin 19 Jahre alt und studiere seit einem Jahr BWL mit der Fachrichtung Industrie an der HWR Berlin. Die Entscheidung für das Unternehmen als Praxispartner fiel mir nicht schwer. Mein Vater hat in jungen Jahren am Flughafen Tegel gejobbt und meine Mutter ist gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen für die Sicherheit am Flughafen Schönefeld verantwortlich. Eigentlich könnte man also sagen, ich habe Kerosin im Blut – aber auch für Menschen, die eher einen geringeren Bezug zum Flughafen haben, bietet die Ausbildung bei der FBB Chancen und Möglichkeiten, in einer der spannendsten Branchen der Haupttadtregion Fuß zu fassen.

 

Am 1. August um 9 Uhr ging es also los. Mit einer 14-tägigen Einführungsveranstaltung wurden uns wichtige Informationen für die zukünftigen drei Jahre vermittelt. Präsentationen der einzelnen Unternehmensbereiche und Besichtigungen „unserer“ Flughäfen rundeten die Veranstaltung ab. Relativ zügig haben wir dann unseren Ausbildungsplan erhalten – Station eins: Interne Revision. Das hat sich zwar spannend angehört, aber viel darunter vorstellen konnte ich mir erst einmal nicht. Meine Kollegen haben mir dann schnell erklärt, was dieser Teil des Unternehmens genau macht. Die Revision ist ein internes Kontrollorgan, das sämtliche Unternehmensprozesse im Auge behält und wenn nötig Empfehlungen ausspricht. Ich durfte mehrere dieser Nachkontrollen mitmachen und habe so einen guten Einblick in das Unternehmen erhalten. Während meiner Zeit in der internen Revision habe ich durch Meetings viele Personen kennengelernt – zu einigen habe ich immer noch regelmäßig Kontakt.

 

Nach zwei Monaten in der internen Revision hieß es dann: Station zwei – Uni. Ich war aufgeregt und habe mich gefragt, mit welchen Leuten ich in einen Kurs kommen würde. Vorrangig waren es Kolleginnen und Kollegen von viel größeren und international tätigen Unternehmen. Durch die Vorlesungen, die mit 30 Personen in eher kleinem Kreise abgehalten worden sind, konnten wir in einige Thematiken, wie z. B. die Erschließung neuer Geschäftsfelder, tiefer eintauchen. Nach ca. drei Monaten kam dann die Klausurenphase – vier Klausuren in zwei Wochen. Das hieß Akkordarbeit beim Lernen – aber am Ende hat sich der Fleiß dann doch gelohnt. Neben dem Lernen kommt das Unileben natürlich nicht zu kurz. Ich habe viel mit meinen Kommilitonen unternommen, und es haben sich sogar echte Freundschaften entwickelt.

 

Nachdem ich dann wieder in das Unternehmen kam, hieß die zweite Station auf meinem Ausbildungsplan: Kommunikation/Presse. Schon in der Einführungsveranstaltung hat mich die Abteilung, die sich mit der Pressearbeit befasst, fasziniert – da wollte ich unbedingt hin. Nach Rücksprache mit der Ausbildungsleitung begann ich Ende Januar mit meiner Arbeit in der Pressestelle. Neben Sekretariatsarbeiten wurde ich sowohl mit unserem Intranet als auch mit dem Online-Redaktionssystem vertraut gemacht und durfte sogar einzelne Inhalte einpflegen. Highlights waren für mich u. a. Dreharbeiten an den Standorten TXL und SXF sowie die Begleitung eines Hilfsfluges in die Ukraine.

 

Zum Ende meiner Praxisphase fragte mich eine Kollegin, ob ich nicht Lust hätte, Protagonist für ein Video über den Airport Run zu sein. Ich musste nicht lange überlegen und habe zugestimmt. An einem Samstagabend war es dann so weit: während mir das Film-Team eine GoPro-Kamera umschnallte, erhielt ich gleichzeitig eine kleine Einweisung. Nach dem Aufwärmtraining ging es dann los: 10 km über das Flughafenareal. Ich war zwar skeptisch, aber wann hat man schon einmal die Gelegenheit, auf einer beleuchteten Start- und Landebahn zu laufen? Nach einer Stunde und sechs Minuten erreichte ich außer Atem das Ziel – und so endete ein gelungener Praxiseinsatz bei der Flughafengesellschaft.

 

Im April ging es dann wieder an die Uni. Nach drei Monaten Lernen kam mein langersehnter Sommerurlaub. Ich bin zwar nirgendwo hingefahren, aber das brauchte ich auch nicht. Ich habe mich oft mit meinen Freunden getroffen und viel mit ihnen unternommen. Baden kann man schließlich nicht nur am Meer, sondern auch in Berlin am See.

 

Momentan arbeite ich im Rechnungswesen. Anfangs hatte ich so meine Bedenken, ob das überhaupt interessant ist. Aber nach ca. vier Wochen in der Abteilung muss ich sagen, dass es hier einen spannenden Einblick in weitere Unternehmensprozesse gibt. Die Arbeit mit dem SAP-Programm ist mir anfangs zwar schwer gefallen, aber durch die Hilfe der netten Kolleginnen und Kollegen hab ich das schnell auf die Reihe bekommen.

 

Als nächste Abteilungen danach stehen das Controlling und die Öffentlichkeitsarbeit an. In letzterer schreibe ich auch meine Studienarbeit. Das wird eine Menge Arbeit werden – aber ich bin da ganz optimistisch, immerhin ist es bisher auch gut gelaufen.

 

Jetzt aber genug geplaudert, wenn ihr noch irgendwelche Fragen zum dualen Studium oder zu einer Ausbildung habt, dann schaut doch mal auf unsere Internetseite.

 

Viel Erfolg bei Euren Bewerbungen und wer weiß – vielleicht sehen wir uns ja schon im nächsten Jahr.

Veröffentlicht am: 03.09.2014
von in Ausbildung
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gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.
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