Was gibt es Besseres als auszuschlafen, den Tag über zu chillen und abends Party zu machen? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen internationalen Workcamps im Natur- und Landschaftsraum Rangsdorf haben darauf eine Antwort: Sehr viel sinnvoller ist es, landwirtschaftliche, kulturelle oder auch soziale Arbeiten zu unterstützen und dabei mit gleichaltrigen jungen Menschen aus anderen Nationen die Zeit zu verbringen.

 

Ein Workcamp hat nicht nur mit Arbeit zu tun. Es ist vor allem ein Zusammentreffen junger Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, die drei Wochen lang zusammen leben. Pflichten wie Kochen, Putzen und Einkaufen gehören dabei ebenso zum Alltag wie die Ausflugs- und Abendplanung. Gearbeitet wird natürlich auch: 25 bis 30 Stunden in der Woche widmen sich die Camper dem Arbeitsprojekt.

 

Im Mittelpunkt der diesjährigen Arbeiten zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft steht der Gutspark in Groß Machnow. Dort bauen die Teilnehmer im Alter von 16 bis 29 Jahren den vorhandenen asphaltierten nördlichen Parkweg zurück und errichten an gleicher Stelle einen neuen Weg. Dieser ist naturnah gebaut und somit gartendenkmalgerecht.

 

Wieso finden solche Arbeiten überhaupt statt? Für den Ausbau des BER setzt sich die Flughafengesellschaft aus naturschutzrechtlichen Gründen für zahlreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ein. Das größte Projekt dabei ist die Zülowniederung. Hier sollen auf einer rund 2.600 Hektar großen landwirtschaftlichen Nutzfläche zwischen Mittenwalde, Dabendorf und Rangsdorf die Lebensbedingungen für Flora und Fauna in den nächsten Jahren spürbar verbessert werden. Das internationale Workcamp liegt mitten in der Zülowniederung und leistet bereits zum zehnten Mal in Folge losgelöst von den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wertvolle Arbeiten für Bewohner, Gäste und Natur.

 

Alle packen mit an und es macht sichtlich Spaß.

 

Der 19-jährige Jan Elm aus Baden-Württemberg ist einer von zwei Teamleitern der diesjährigen Gruppe in Groß Machnow. Die Teilnahme an einem Workcamp ist für Jan fester Bestandteil seiner Ferienplanung: „Mein erstes Camp habe ich mit 16 Jahren erlebt und es bleibt eine unvergessliche Zeit für mich. Kaum zu glauben, aber ich habe immer noch mit einigen Kontakt, die ich im ersten Workcamp kennengelernt habe. Es macht unheimlich viel Spaß, interkulturelle Beziehungen zu knüpfen, nette Menschen kennenzulernen und dabei etwas Gutes für die Allgemeinheit zu tun. Dieses Jahr ist das Camp eine besondere Herausforderung für mich, denn zum ersten Mal bin ich Teamleiter. Aber es macht mir wirklich Freude. Die Hauptsache ist, dass die Leute im Camp cool sind. Nur so ist und wird es eine super Zeit.“

 

Auch Martina Gargari aus Italien, 20 Jahre alt, ist kein Frischling beim Workcampen: „Ich nehme bereits zum zweiten Mal an einem Camp teil, weil es einfach eine wunderbare Gelegenheit bietet, Jugendliche aus anderen Kulturen kennenzulernen, dabei Spaß zu haben und bei sinnvollen Arbeiten zu helfen. Es ist toll, mit den anderen Teilnehmern auch nach dieser intensiven Zeit in Kontakt zu bleiben. Zudem wollte ich unbedingt nach Deutschland ins Camp, da ich das Land wirklich gerne mag.“


Lucie Davids ist mit ihren 17 Jahren eine der jüngsten unter den diesjährigen Worcampern in Groß Machnow. Trotzdem ist die Schülerin aus Bremen fast schon ein alter Hase: „Ich bin bereits zum vierten Mal in einem Camp. Begonnen habe ich im Teenage-Camp mit 14 Jahren. Meine Schwester hat mich inspiriert, ich habe es ausprobiert und es hat mir gefallen. Es macht mir nichts aus, in meinen Ferien zu arbeiten, denn es handelt sich um eine sinnvolle Tätigkeit, bei der man sich weiterentwickelt. Ich habe mich auch bewusst für das landwirtschaftliche Arbeiten entschieden, denn ich mag es im Grünen. Ein internationales Workcamp ist echt für jedermann geeignet, auch für die schüchternen Charaktere. Denn hier haben sie eine besondere Gelegenheit offener zu werden.“

 

Nach mittlerweile zwei Wochen Workcamp haben die Teilnehmer bereits einiges in der Hauptstadtregion erlebt. Sie sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen. Der eine oder andere hat deshalb sicher ein weinendes Auge, wenn die drei Wochen Campzeit am Sonntag, am 17. August, zu Ende gehen. Aber ein neues Camp im nächsten Jahr kommt bestimmt! Und das erfreut sich sicherlich wieder großer Beliebtheit.

Veröffentlicht am: 13.08.2014
von in Umwelt und Umland
Schlagwörter: , , | 2 Kommentare zu Willst du was verändern? Dann sei dabei – Internationales Workcamp
Aleksandra Rudnik

Aleksandra Rudnik

Aleksandra Rudnik konnte bereits 2013 als Volontärin in der Pressestelle Flughafenluft schnuppern und unterlag sofort der Faszination Luftfahrt. Jetzt ist Aleksandra Referentin für Pressearbeit und kümmert sich um spannende Themen rund um die Airlines sowie die Flughäfen Schönefeld und Tegel. Sie schreibt Texte, ist zuständig für die eine oder andere Publikation und beteiligt sich gern an der Organisation von Presseevents. Ob Erstflug oder Passagierrekord, sie wird darüber bloggen.
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Kommentare (2)

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