Deutschland steht als Gruppenerster im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Millionen verfolgen die Spiele beim Public Viewing, auch an den beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld werden alle Spiele gezeigt.

 

Ich habe mich deshalb gestern auf den Weg nach Tegel gemacht, um mir das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen das „Team USA“ anzuschauen und die Stimmung am Flughäfen zu erleben. Schon bei der Ankunft in Tegel kommen mir viele Menschen in Fußballtrikots entgegen, es dominieren Deutschlandtrikots, aber auch andere Nationen sind vertreten. England, Frankreich und einige weitere mehr. Während der Weltmeisterschaft reisen viele Passagiere in Nationaltrikots. Einige haben sich auch mit Blumenketten in schwarz-rot-gold behängt, die Fahne auf die Wange gemalt oder sich in einer anderen Art und Weise als Fan der Nationalmannschaft gezeigt. Nach einem kurzen Rundgang durch das Terminal A und den Boulevard Tegel. Die Restaurants und Cafés sind gut gefüllt. Ich entscheide mich dafür, dass Spiel in der Abflughalle in Terminal C zuschauen.

 

Kurz vor Anpfiff nehme ich meinen Platz ein. Aufgrund der Sicherheitsstandards wird das Spiel ohne Ton übertragen, was der Stimmung nicht unbedingt hilft. Mehrere Männer haben einen kleinen Kopfhörer im Ohr und hören das Spiel zusätzlich im Radio. Trotzdem sind alle Plätze rund um den Fernseher gut besetzt. Eine Schulklasse in Deutschlandtrikots macht ein bißchen Stimmung. Viele haben sich am nahen Restaurant einer bayrischen Brauerei ein Bier gekauft und verfolgen gebannt das Spiel. Es ist relativ ruhig im Terminal. Im Hintergrund starten Flugzeuge, aber alle schauen auf den Fernseher. Bei Chancen der Nationalmannschaft wird es lauter, ein Raunen geht bei den verpassten Chancen durch die Zuschauermenge. Plötzlich merkt man wieder, dass man in der Abflughalle eines großen Flughafens die Fußball-WM schaut. Das Boarding nach Stuttgart wird ausgerufen. Viele stehen auf und verschwinden in Richtung Gate. Ein paar Minuten passiert nichts, weder am Flughafen noch beim Spiel. Dann kommen die ersten Durchsagen für noch fehlende Gäste nach Stuttgart. Es raffen sich wieder einige Zuschauer auf und gehen Richtung Gate, um im Vorbeigehen noch einen letzten Blick auf das Spiel zu erhaschen. Die persönlichste Ansage folgt ein paar Minuten später. „Herr XX bitte kommen Sie umgehend zu Gate C39. Das Flugzeug wartet nicht auf das Ende eines Fußballspiels“. In der zweiten Halbzeit passiert wenig auf dem Spielfeld und wenig in der Halle. Erst als Thomas Müller das entscheidende Tor schießt kommt es zu Jubelausbrüchen und die Stimmung steigt. Bei jeder vereitelten oder verpassten Chance wird es jetzt lauter. Nach dem Abpfiff klatscht die Menge kurz und es ist Zeit für das nächste Boarding.

 

Auf der Vorfahrt sehe ich ein Pärchen in Amerika-Trikots, die ein bisschen geknickt durch das Terminal laufen. Die deutschen Fans sind glücklich und machen sich auf den Weg zum Flugzeug Reisen oder nach Hause. Es ist natürlich interessant ein Spiel am Flughafen zu verfolgen, aber das Reisen steht im Vordergrund.

Veröffentlicht am: 27.06.2014
von in Flughäfen Schönefeld und Tegel
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Benjamin Recklies

Benjamin Recklies

Benjamin Recklies kam Anfang 2014 als Praktikant in die Pressestelle der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Die Arbeit gefiel ihm so gut, dass er nach Abschluss seines Studiums schon im November als Volontär zurückkehrte. Die internationale zivile Luftfahrt hat es ihm seit seiner Kindheit angetan. Vor allem die Verbindung aus Pressearbeit und Flughafen-Praxis faszinieren ihn. In unserem Blog wird er über aktuelle Themen rund um alle Flughäfen berichten, die er als Berliner schon seit 30 Jahren kennt.
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