von Julia Tetzel

Neue technologische Forschungsergebnisse und Produktentwicklungen in der Raumfahrtindustrie können auch dieses Jahr wieder auf der ILA bestaunt werden. In Halle 4 präsentieren sowohl nationale als auch internationale Raumfahrtunternehmen unter dem Motto „Space of Earth“ die neuesten Innovationen in den verschiedensten Themenbereichen der Aerospace-Branche, darunter z. B. Explorationen im Weltraum, Erdbeobachtungen, die Satellitenkommunikation sowie Trägertechnologie.

 

ILA Space PavilionIm Mittelpunkt der Ausstellung im Space Center steht der 1.500 Quadratmeter große „Space Pavilion“. Dort befinden sich Ausstellungsobjekte von Vertretern der deutschen und europäischen Raumfahrtindustrie, wie der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR ist zusätzlich mit einem eigenen Messestand vertreten, somit einer der größten Luft- und Raumfahrtaussteller bei der ILA. Die Themen des DLR umfassen ein weites Spektrum: So können sich Besucher des Space Centers u. a. über moderne Windkrafttechnologien, Projekte zur Reduzierung der Energie und Verbesserung der Nutzungeffizienz bei Passagierflugzeugen sowie über das Modular Airborne Camera Systems (MACS), ein 3D-Kamera-System zur Erstellung von Geländemodellen, und anhand von 3D-Aufnahmen über Klimaveränderungen sowie deren Auswirkungen auf die Welt informieren.

 

TORO (TOrque controlled humanoid RObot) Wenn man als Besucher das Space Center und somit den „Space Pavilion“ betritt, wird man am Eingang direkt von TORO (TOrque controlled humanoid RObot) begrüßt. Der 1,75 Meter große und 75 kg schwere humanoide Roboter wurde vom Robotik und Mechatronik Zentrum (RMC) des DLR vor vier Jahren entwickelt und kann sich mit Hilfe einer manuellen Steuerung wie ein Mensch vorwärtsbewegen. In seinen Gelenken an Armen und Beinen befinden sich Drehmomentsensoren, wodurch es ihm möglich ist, auf Hindernisse in seiner Umwelt aktiv zu reagieren und auch auf unebenem Grund die Balance zu halten. Für den Einsatz in der Raumfahrt wäre diese Entwicklung auch auf Roboter mit vier oder mehr Beinen übertragbar, so dass diese später Einsätze in für Menschen gefährliche Situationen übernehmen können. Mit Hilfe des Prototyps TORO möchten die Forscher vor allem die Gleichgewichts- sowie die Gangstabilisierung erproben. Interessierte Besucher können auf der ILA auch persönlich mit dem Roboter interagieren, ihm die Hand reichen, ihn umarmen oder einen Gegenstand aus seiner Hand entgegennehmen.

 

 

Setzt man seinen Weg durch den „Space Pavilion“ fort, hat man als Besucher außerdem die Chance, den Planeten Mars einmal genauer zu betrachten: Ist die 3D-Brille auf die Nase gesetzt, kann man auch schon die unterschiedlichen topografischen Verhältnisse der Marsoberfläche auf einem Bildschirm anhand einer visuellen Modelldarstellung bestaunen. Die zu betrachtenden Aufnahmen und Werte entstammen der bereits zehn Jahre andauernden Erforschung des Mars durch die ESA-Raumsonde Mars Express. Während dieser Zeit konnte bereits bewiesen werden, dass der Planet einst Wasservorkommen besaß, wodurch sich unterschiedliche Oberflächenformen bildeten. So sind auf den
Bildschirmaufnahmen z. B. auch Gebirgsformen von 7.000 Metern Höhe zu bestaunen. In den kommenden Jahren plant das Programm ExoMars – eine Zusammenarbeit der ESA und des russischen Unternehmens Roskosmos – zwei weitere Missionen zum Mars durchzuführen, u. a. mit dem ExoMars Rover. Dabei soll mit Hilfe einer Bohrung in 2 Metern Tiefe nach Hinweisen von Leben auf dem Roten Planeten gesucht werden. Besucher können sich im „Space Pavilion“ zu diesem Thema genauer informieren.

 

Weiter hinten im „Space Pavilion“ sind Modelle der Trägerraketen von Europas Weltraumflughafen in Französisch-Guayana zu sehen. Die Trägerrakete Ariane 5, die von Arianespace betrieben wird, ist bereits in der Lage mehrere Satelliten gleichzeitig oder Lasten von mehr als 20 Tonnen zu transportieren. Weitere Ausstellungsobjekte sind die eher für kleinere Satelliten und Lasten ausgelegten Trägerraketen Sojus und Vega.

 

Wer nun auch Lust bekommen hat, die Welt der Raumfahrt einmal selbst zu entdecken und zu erleben, hat dazu noch bis zum Sonntag, den 25. Mai auf der ILA auf dem Berlin ExpoCenter Airport Gelegenheit.

 

Veröffentlicht am: 24.05.2014
von in Luftverkehr
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gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.
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