Zugegeben, etwas provisorisch sieht der ILA-Tower schon aus: ein paar übereinandergestapelte Container mit einem gelben Stroboskop-Licht auf dem Dach mitten auf dem ILA-Gelände. Und in der Tat handelt es sich hier um keine dauerhafte Einrichtung, denn dieser Tower dient ausschließlich zur Koordination der Aktivitäten während der Luftfahrtveranstaltung. Doch was hat es genau mit diesem Tower auf sich? Wer sitzt dort? Und was machen die Kollegen den ganzen Tag? Ein kurzer Überblick über einen Ort, den die Besucher von innen nicht zu sehen bekommen, ohne den die ILA-Besucher aber überhaupt nichts zu sehen hätten:

 

Vorbereitung

Bereits im Herbst vergangenen Jahres begannen die Vorbereitungen für die ILA 2014. Alle Beteiligten – von den Veranstaltern, Messe Berlin und Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI), über die Flughafengesellschaft, die Infrastruktur und Personal zur Verfügung stellt, bis hin zu Behörden und anderen Dienstleistern – trafen sich regelmäßig in Projektmeetings, um Zuständigkeiten zu besprechen und Prozesse zu erarbeiten. Dabei wurde auf die Erfahrungen aus dem Jahr 2012 aufgebaut, denn es gibt immer etwas zu optimieren.

 

Der ILA-Tower

Rechtzeitig im Mai war der ILA-Tower, ausgestattet mit allen erforderlichen technischen Einrichtungen, bezugsfertig. Die beteiligten Partner bezogen ihre Büros in einer der fünf Ebenen. Projektleitung der Messe Berlin, Flughafengesellschaft, Flugplankoordinator, Crewservice, ILA Flugbetriebsleitung, Deutscher Wetterdienst, Behörden – alle unter einem Dach. Sofort begannen die Kollegen mit den letzten Vorbereitungen, denn bereits am 15. Mai fanden die ersten Abnahmeflüge statt.

 

Die Kollegen arbeiten Hand in Hand

Als Kooperationspartner stehen wir als Flughafengesellschaft dem Veranstalter mit Sach- und Fachverstand zur Verfügung und stellen Flächen und Personal bereit. So befindet sich ein Teil der Ausstellung direkt auf dem Gelände des Flughafens Berlin Brandenburg, das sich direkt an das Messegelände „Expo Center Airport“ anschließt.


Auf dem ILA-Gelände sind unsere Follow Me-Fahrer unterwegs und lotsen die Luftfahrzeuge von der Landebahn zu ihrem Standplatz bzw. umgekehrt. Die Kollegen unseres Safety Management Systems haben stets alles im Blick und unterstützen die sicheren Abläufe. Unsere Flughafenfeuerwehr stellt zusammen mit den Feuerwehren des Landkreises und der Bundeswehr einen Teil der Notfalldienste. Weiterhin unterstützen im ILA-Tower Kollegen des Bereichs Aviation die ILA-Flugsteuerung und Mitarbeiter der Flughafensicherheit die ILA Sicherheitszentrale. Unsere Projektleitung kümmert sich zum Beispiel um kurzfristige Anfragen des Veranstalters und hat stets den Gesamtüberblick über das Geschehen. Zudem haben im ILA-Tower auch die Kollegen der Fluglärmmessung ihren Arbeitsplatz.

 

 

Kleinere und größere Stolpersteine werden kurzfristig gemeinsam aus dem Weg geräumt. Dies klappt, weil alle Kollegen im ILA-Tower Hand in Hand arbeiten. Die Tage sind oft lang. Doch das macht den Kollegen nichts aus, sie sind mit Herz und Seele dabei.

 

Flugsicherung

Bei dem Wort „Tower“ denken viele sofort an die Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS). Doch diese sind im ILA-Tower nicht zu finden. Die Kollegen sitzen in der 68 Meter hohen Kanzel des bereits seit März 2012 in Betrieb befindlichen BER Towers. An vorab definierten Punkten auf den ILA-Flugbetriebsflächen geht die Zuständigkeit für den Bodenverkehr von der ILA-Flugsteuerung an die DFS über, die im Auftrag der Messe Berlin dort einen speziellen ILA-Arbeitsplatz besetzt.

 

Und sonst?

Einigen ILA-Besuchern fallen vielleicht die große schwarze Zahl und das gelb blinkende Licht am ILA-Tower auf und fragen sich, was es damit auf sich hat: Die gelben Lichter signalisieren allen Mitarbeitern, dass die Flugbetriebsflächen aktiv sind. Die Zahl am Towerdach weist zusätzlich auf die aktuelle Betriebsrichtung (07 bzw. 25) hin.

 

Und wer sich im Übrigen fragt, wo eigentlich der Sprecher sitzt, dessen Moderationen auf dem gesamten ILA-Gelände über die Lautsprecher zu hören sind – auch er hat seinen Arbeitsplatz im ILA-Tower.

Veröffentlicht am: 23.05.2014
von in Luftverkehr
Schlagwörter: , , | Kommentar hinzufügen
Sandro Kupsch

Sandro Kupsch

Sandro Kupsch hat bei der Flughafengesellschaft seine Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann absolviert. Dabei hat er an den Flughäfen TXL und SXF selbst Flugzeuge und Passagiere abgefertigt und die komplexen Prozesse am Flughafen so hautnah erfahren. Jetzt ist er in der Pressestelle tätig und wird hier im Blog vorwiegend über luftverkehrsspezifische und operative Themen berichten und den Flughafenalltag sowie einige Besonderheiten erklären.
This entry was posted in Luftverkehr and tagged , , . Bookmark the permalink.

Kommentar hinzufügen

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

*

Ähnliche Artikel