„Das war der bisher kürzeste A380-Flug meiner Karriere“, erzählt mir Angelika Barufke, Senior First Officer auf dem Airbus A380 bei Emirates Airlines. Sie ist eine von 43 Pilotinnen der Airline, neben knapp 3000 männlichen Kollegen. Außerdem beschäftigt die Airline über 17.000 Stewardessen und Stewards. Wohnort für alle Angestellten ist das Emirat Dubai. Angelika Barufke fliegt seit drei Jahren für Emirates.

 

Wir sitzen im Cockpit des aktuell größten Passagierflugzeugs der Welt. „Gestern haben wir das Flugzeug aus der Airbus-Werft in Hamburg-Finkenwerder übernommen und sind in nur 38 Minuten nach Berlin-Schönefeld geflogen“, so Barufke. Emirates präsentiert auf der ILA sein fabrikneues Modell des A380, das 489 Passagieren Platz bietet. Später erfahre ich, dass die Passagiere von 22 bis 28 Stewards- und Stewardessen betreut werden. Vor dem Gespräch durfte ich einen exklusiven Rundgang machen, bei dem mir alle Vorzüge des Großraumjets ausgiebig erklärt wurden. Bisher bin ich noch nie mit dem Airbus A380 geflogen, daher war es mein erster Aufenthalt an Bord. An dieser Stelle soll es mal nicht um technische Details gehen, sondern um die Kabine des neuesten Jets der Emirates-Flotte.

 

Freundliche Stewardessen begrüßen mich beim Betreten der Maschine. Mir fällt sofort die breite Treppe ins Auge, die nach oben in die Business- und First Class führt. Der Rundgang beginnt allerdings im unteren Teil des Airbus, der Economy Class. Diese bietet insgesamt 399 Passagieren Platz. Jeder Sitz ist mit einem eigenen Bord-Entertainment-System ausgestattet. Im Vergleich zu anderen Flugzeugtypen ist auffällig, dass die Decke extrem hoch ist und man unter den Gepäckablagefächern fast stehen kann. „Das sei eine Besonderheit, die auch den Economy-Gästen mehr Platz bietet“, erläutert Markus Schlichenmaier, Senior PR-Consultant bei Emirates, der uns auf dem Rundgang begleitet. Außerdem seien die Fenster etwas größer. Vorbei an den fast endlos wirkenden Economy- Reihen nehmen wir die hintere Treppe in den oberen Teil des Flugzeugs. Oben angekommen, gibt es eine Bar mit kleinen Sitzgelegenheiten und wir befinden uns nun in der Business Class, mit Platz für 76 Passagiere. Die Bar ist mit Spirituosen aus aller Welt bestückt. „Je nach Destination bieten wir unseren Gästen einen anderen Wein. Starten wir in Rom, servieren wir italienische Weine, in Frankreich französische“, so eine Stewardess. Die Bar ist nur für Gäste der Business- und First Class. Hier hätte sich auch schon die eine oder andere Profifußballmannschaft vergnügt, lässt eine Stewardess durchblicken. Welche es war, wollte sie nicht sagen. Wahrscheinlich kommt man als Economy-Passagier nicht in den Genuss, einmal komplett durchs Flugzeug zu laufen. Nach der Bar präsentieren uns die Stewardessen die Business-Seats. Schöne geräumige Sitze mit allerlei Service. Es werden die hochfahrbaren Wände zwischen den Sitzen gezeigt. „Bei einem Liebespaar bleiben diese natürlich unten“, so Schlichenmaier. Die Sitze können zu Betten umgebaut werden. Neu ist alles und glänzt. Ich setze mich auf einen der Sitze, es fühlt sich gut an.

 

Das Highlight ist allerdings die First-Class. Sie bietet nur 14 Passagieren Platz, aber mit vollem Rund-um-Service. Man hat sehr viel Platz, unter den Armlehnen der Sitze befinden sich gekühlte Getränke, es gibt einen Schminkspiegel, Tablets und einen großes Display. Man kann zu jeder Zeit exklusive Gerichte und Getränke ordern. Der Platz lässt sich ganz simpel zu einem gemütlichen Bett umbauen. Mein persönliches Highlight ist allerdings das Bad der First Class. Es ist mit einer Dusche ausgestattet. Die Duschzeit pro Gast soll nicht mehr als fünf Minuten betragen. Es ist schon spannend, was über den Wolken mittlerweile so alles möglich ist.

 

Zurück im Cockpit verrät mir die Pilotin, dass es für sie der Traumjob ist. Sie hofft, dass Sie noch ganz lange den A380 fliegen darf, das größte Passagierflugzeug der Welt.

 

Der A380 bleibt bis zum Ende der ILA am Sonntag.

 

Wer nicht dabei war, kann sich hier nochmal ein exklusives Video anschauen.

Veröffentlicht am: 22.05.2014
von in Luftverkehr
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Benjamin Recklies

Benjamin Recklies

Benjamin Recklies kam Anfang 2014 als Praktikant in die Pressestelle der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Die Arbeit gefiel ihm so gut, dass er nach Abschluss seines Studiums schon im November als Volontär zurückkehrte. Die internationale zivile Luftfahrt hat es ihm seit seiner Kindheit angetan. Vor allem die Verbindung aus Pressearbeit und Flughafen-Praxis faszinieren ihn. In unserem Blog wird er über aktuelle Themen rund um alle Flughäfen berichten, die er als Berliner schon seit 30 Jahren kennt.
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