Der Konferenzraum im Erdgeschoss des BBAC ist voll besetzt. Studenten verschiedener Hochschulen sind zum BER gekommen, um sich über Großprojekte zu informieren. Referent heute: Hartmut Mehdorn, Vorsitzender der Geschäftsführung Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB). Mehdorn macht klar, dass Großprojekte in einer eigenen Liga spielen. Solche Vorhaben sind stark durch politische Einflüsse geprägt. Der Grundstein zum Erfolg solcher Projekte ist eine vernünftige Planung, die passende Projektstruktur und fundierte sowie umfassende Projektkommunikation. Gerade beim BER merke man, so Mehdorn, wie wichtig eine professionelle Planung in der frühen Konzeptionsphase gewesen wäre. Er weist aber auch darauf hin, wie erfolgreich man beim Betreiben von Airports sei und nennt als Beispiele die beiden Bestandsflughäfen Schönefeld und Tegel.

 

Unabhängig von hausgemachten Fehlern stellt Mehdorn jedoch unmissverständlich klar, dass äußere, nicht zu beeinflussende Faktoren das Leben für Manager in Großprojekten deutlich erschweren. Ein Beispiel dafür: Die hohen, sich immer wieder ändernden Anforderungen an den Brandschutz.

 

Solche Regelwerke seien nur mit enormen Anstrengungen zeitlicher und finanzieller Art umzusetzen, jedoch genauso wenig zu beeinflussen wie die Politik, die in den Augen von Hartmut Mehdorn zu sehr an Wählerstimmen hänge und damit in periodisches Denken verfällt.
Einen guten Manager zeichne aus, dass trotz aller Widrigkeiten der unbedingte Wille zum Erfolg vorhanden ist. Diese Eigenschaft könne man nicht lernen, so Mehdorn. Auf die Frage der Studenten, warum er sich das Projekt BER trotz allem angetan habe, erwiderte er, dass das nicht seinem Plan entsprach, er jedoch nichts zu verlieren habe und es auch keinem beweisen müsse. Trotz aller Widrigkeiten sei er felsenfest davon überzeugt, dass der BER langfristig ein großer Erfolg werde.

 

Neben persönlichen Fragen stellten zahlreiche Studenten interessierte und kritische Fragen zum Projekt BER selbst. Welche Fortschritte es gäbe, fragte ein Teilnehmer der Runde. Bezugnehmend auf die Voraussetzungen für ein Management von Großprojekten stellte Mehdorn anschließend die Einführung der SPRINT-Organisation als zentrale Organisationseinheit für das Projekt vor und stellte fest, dass das Projekt nur mit klaren Zuständigkeiten und Hierarchien im Unternehmen, vor allem aber auch mit all den externen Beratern und Bauingenieuren erfolgreich abgeschlossen werden könne. Ebenso sei es für ihn persönlich wichtig gewesen, neben der richtigen Struktur einen Überblick über alle Themen und Problemfelder zu erlangen. Auch dabei hätte SPRINT durch die Aufteilung und Neuordnung der Module geholfen. Zum Ende der Diskussion machte Hartmut Mehdorn noch einmal klar, dass er den Flughafen fertigstellen werde. Er sehe sich hier in der Pflicht und arbeite mit Hochdruck und klarem Kompass. Den Studenten gab er mit auf den Weg, dass nicht immer die verlockendsten Wege die besten seien und sie Management nicht studieren, sondern in der Praxis erlernen müssten. Vor allem aber müssten sie als Manager bereit sein, das Risiko zu tragen und Entscheidungen zu treffen.

Veröffentlicht am: 07.05.2014
von in Ausbildung, Flughäfen Schönefeld und Tegel
Schlagwörter: , , | Kommentar hinzufügen
Philip Friedrich

Philip Friedrich

Philip Friedrich absolvierte bei der Flughafengesellschaft ein duales Studium. Flugzeuge und -häfen – das waren schon immer seine Welt. Inzwischen ist Philip im Marketing unseres Unternehmens gelandet und u. a. für die Produktentwicklung zuständig. Innovative Ideen, aber auch kleine Verbesserungen, die das Produkt Flughafen besser machen, sind seine Kernaufgaben.
This entry was posted in Ausbildung, Flughäfen Schönefeld und Tegel and tagged , , . Bookmark the permalink.

Kommentar hinzufügen

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

*

Ähnliche Artikel