Wer an schönen Tagen in den Berliner und Brandenburger Himmel schaut, kann immer wieder Flugzeuge am Himmel entdecken. Dabei müssen diese nicht einmal in Berlin starten oder landen, sehr viele Flüge kreuzen täglich den Berliner Luftraum. Wäre es da nicht interessant zu wissen, wohin die Flieger am Himmel unterwegs sind?

 

Dank einiger Smartphone-Apps ist das nun problemlos möglich. Deshalb stelle ich euch im Folgenden zwei Apps vor. Die getesteten Apps sind Android basiert, jedoch auch für iOS erhältlich. Den Start macht „Flightradar24Pro“. Mit mehr als 500.000 Downloads ist diese der Platzhirsch unter den Tracking-Apps. Von dieser App gibt es eine kostenlose sowie eine kostenpflichtige Version. Ich habe mich für die 2,69 € teure Version entschieden. Laut Reviews anderer Nutzer wird einem eine Mehrzahl an Informationen zur Verfügung gestellt.

 

Der Aufbau der App ist recht simpel. Nach dem Start öffnet sich eine Karte. Per GPS wird einerseits der eigene Standort erkannt und angezeigt, andererseits alle Flugbewegungen im Umfeld. Man kann den Kartenausschnitt beliebig vergrößern, verkleinern oder einfach wechseln. Es werden immer alle Flugzeuge im Ausschnitt angezeigt. So kann der Luftverkehr auf fast der gesamten Welt angeschaut werden. Tippt man auf ein beliebiges Flugzeug, bekommt man erste Informationen: Start- und Zielflughafen, Flugzeugtyp mit Bildchen, Airline mit Flugnummer, Routenverlauf mit farbiger Höhenzeichnung und die Restflugzeitzeit bis zur Ankunft am Zielort. Wenn euch das alles noch nicht reicht, drückt aufs „+“-Knöpfchen. So bekommt ihr noch detailreichere Informationen: Die aktuelle Flughöhe, die Registrierungsnummer des Flugzeuges, aktuelle Position auf Breiten- und Längengrad, die aktuelle Geschwindigkeit in für Flugzeuge üblichen Knoten pro Stunde und noch ein paar Details mehr. Für mich ist jedoch das eigentliche Highlight dieser App die „Augmented Reality“-Funktion. Diese lässt sich über das Menü auswählen. Hier schaltet die App die Kamera ein, man hält sie in den Himmel und schon sieht man, welche Flugzeuge im Umkreis unterwegs sind.

 

Wer Spaß daran hat, kann auch die eingeholten Informationen mit seinen Freunden über soziale Netzwerke, wie Facebook und Twitter, teilen. Viel Negatives konnte ich nicht feststellen, bis auf den Anschaffungspreis und dass es schon hilfreich ist, der englischen Sprache mächtig zu sein, auch wenn sich vieles von selbst erklärt.

 

Die zweite App, die ich euch vorstellen möchte, heißt „Plane Finder“. Auch hier stehen dem Nutzer jeweils eine kostenpflichtige und –eine freie Version zur Verfügung. Ich habe mich, auch um beide Apps besser vergleichen zu können, für die 1,99 € teure Kaufversion entschieden. Bisher haben sich mehr als 50.000 User für den Download der App entschieden. Der Aufbau ist dem von „FlightRadar24Pro“ sehr ähnlich. Auch hier werden per GPS der eigene Standort und alle Flüge im Umkreis angezeigt. Man kann auch bei dieser App den Kartenausschnitt beliebig wählen. Neben den Miniaturflugzeugen, die sich über die Karte bewegen, erscheint auch gleich das Logo der jeweiligen Airline. Tippt man nun auf ein Flugzeug, erhält man direkt den IATA Code vom Start- und- Zielflughafen, die Flugnummer, die Flughöhe sowie die Geschwindigkeit.

 

Soweit so gut. Die App bietet auch noch deutlich mehr Informationen, die jedem Spotter oder Interessiertem das Herz höher schlagen lässt. Wenn man noch einmal auf das Flugzeug klickt, öffnet sich eine neue Maske und man erhält unzählige Informationen rund um den ausgewählten Flug.

 

Was mich wirklich beindruckt, sind Informationen wie z. B. Anzeige des Registrierungscodes sowie der Wochentage, an denen der Flug durchgeführt wird, aber auch der Auslieferungstag des Flugzeuges an die Airline, die Anzahl der Sitzplätze, der Heimatflughafen, die Besitzer des Flugzeuges, die Passagierklassen, die Frachtkapazität und die Flugnummer der Codeshare Partner. Die App bietet sehr viele Informationen und darunter die Möglichkeit aktiv nach Flügen zu suchen. Ich bin wirklich begeistert von „Plane Finder“.

 

Ein Nachteil der App ist aber die geringe Stabilität, die durchaus öfter die App zum Abstürzen bringt. Die Anwendungssprache ist, wie auch bei „Flightrada24Pro“, ausschließlich Englisch.

 

Ich stellte mir die Frage, wie die Tracking-Apps überhaupt funktionieren? Woher bekommen sie ihre Informationen? Die Antwort ist simpel. Jedes moderne Flugzeug ist mit einem sogenannten ADS-B Transponder ausgestattet. Diese senden kontinuierlich Daten: neben Position, Geschwindigkeit und Höhe, auch Flugzeugtyp und Flugnummer an am Boden befindliche spezielle Empfänger. Die Reichweite des Signals beträgt ca. 370 Kilometer. Diese Daten werden ins Netzwerk von FlightRadar24 eingespeist.

 

ADS-B Transponder sind eine Weiterentwicklung der Radarüberwachung. Primär wird diese Technik von der Flugsicherung genutzt. Aus Sicherheitsgründen werden manche Flüge mit 30 Sekunden Verzögerung angezeigt.

 

Als Fazit kann ich beide Apps sehr empfehlen, denn man erhält interessante, spannende und teilweise wichtige Informationen. „Flightradar24Pro“ macht es einem noch einfacher das Flugzeug mit Hilfe der „Augmented Reality“-Funktion zu erkennen. Wer gerne viele Detailinformationen zur Verfügung hat, der sollte sich „Plane Finder“ anschaffen. Der größte Nachteil bei beiden Apps ist, dass sie sehr viel Datenverkehr erzeugen. Meine 500 MB waren in der Testphase innerhalb kürzester Zeit verbraucht. Insgesamt macht es jedoch mit beiden Apps Spaß in den Himmel zu schauen und sich anzusehen, wohin die Flugzeuge fliegen.

Veröffentlicht am: 30.01.2014
von in Medienrundflug
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Benjamin Recklies

Benjamin Recklies

Benjamin Recklies kam Anfang 2014 als Praktikant in die Pressestelle der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Die Arbeit gefiel ihm so gut, dass er nach Abschluss seines Studiums schon im November als Volontär zurückkehrte. Die internationale zivile Luftfahrt hat es ihm seit seiner Kindheit angetan. Vor allem die Verbindung aus Pressearbeit und Flughafen-Praxis faszinieren ihn. In unserem Blog wird er über aktuelle Themen rund um alle Flughäfen berichten, die er als Berliner schon seit 30 Jahren kennt.
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