von Oliver Matschke

Der Wetterbericht prophezeit es bereits: Der Winter kommt. Nein, noch nicht gleich, aber es soll, geht es nach den Meteorologen, wohl wieder ein recht strenger Winter werden. Und so, wie jeder zuhause die Terrasse oder den Balkon „winterfest“ macht und seinem Auto die Winterräder verpasst, so bereiten wir uns am Flughafen auch auf den Winter vor und trainieren zum Beispiel die Flugzeugenteisung.

 

So haben wir am MIttwoch zusammen mit den Kollegen von Globe Ground Berlin und der airberlin in Tegel gezeigt, dass wir gut vorbereitet sind. Außerdem ist es für Außenstehende natürlich immer spannend zu sehen, was bei einer Flugzeugenteisung, auch „De-Icing“ genannt,  überhaupt passiert.
Notwendig sind diese Trainings bereits im Sommer. Denn was viele nicht wissen: Enteist wird nicht erst im tiefsten Winter. Auch bei über 0°C kann sich bei höherer Luftfeuchtigkeit Eis auf den unterkühlten Tragflächen oder an den äußeren Messeinrichtungen und Sensoren des Flugzeugs bilden. Wenn das Eis nicht entfernt wird, kann das Profil der Tragfläche verändern oder die Sensoren liefern verfälschte Informationen was im schlimmsten Fall das Flugverhalten massiv beeinflussen kann.

 

Seit dem 2. Oktober, das war unser erster Enteisungstag in dieser Saison, sind die Kollegen bereits im Einsatz. Rund 300 Mitarbeiter werden diesen Winter insgesamt dafür sorgen, dass auch bei Eis und Schnee Maschinen in SXF und TXL starten und landen können. Je zur Hälfte kommen sie von der Globe Ground Berlin und von der Flughafengesellschaft und können auf 50 flughafenspezifische Großräumgeräte und 21 Enteisungsfahrzeuge zurück greifen, um Landebahnen und Taxiways zu räumen, Flugzeuge zu enteisen und somit den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten.
Das ist übrigens im letzten Winter gut gelaufen denn trotz 139 Tagen mit teils massiven witterungsbedingten Einschränkungen waren unsere beiden Airports in der Wintersaison 2012/13 durchgängig am Netz.  

 

Was passiert nun eigentlich bei der Enteisung? Eigentlich ganz einfach und ähnlich, wie wenn man selbst die Autoscheiben enteist: Ist die Abfertigung abgeschlossen, rollt die Maschine zu einer Enteisungsposition, wo bereits zwei Elephanten, so nennt man die Fahrzeuge mit dem langen „Sprührüssel“, warten. Diese sprühen die Enteisungsflüssigkeit gleichmäßig über das Flugzeug. Dann heißt es zügig starten, denn abhängig vom Wetter kann die Wirkung bereits nach kurzer Zeit nachlassen und sich neues Eis bilden. Das hätte dann zur Folge, dass erneut enteist werden muss.

 

Noch ein Tipp zum Abschluss: Sowohl unsere Internetseite wie auch unserer iPhone-App (Android folgt in Kürze) halten Fluginformationen in Echtzeit für euch bereit. So seid ihr nicht nur in der kalten Jahreszeit immer auf dem Laufenden, was euren Flug betrifft.

Veröffentlicht am: 18.10.2013
von in Flughäfen Schönefeld und Tegel, Luftverkehr
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gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.

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