Von Oliver Matschke

 

Jetzt ist er endlich da und hält tatsächlich auch schon ein paar Tage an: der Sommer! Freibad, Biergarten, laue Sommernächte … Für alle, denen 30°C zu heiß sind und die dem Sommertrubel in der Stadt nichts abgewinnen können ein Tipp für einen Zufluchtsort: ab nach Island, auf die Insel, die uns Flughafenmenschen 2010 mit dem Ausbruch des Vulkans „Eyjafjallajökull“ für einige Tage die Nerven raubte. Zugegeben: Die rund 103.000 km2 große Nordatlantik Insel eignet sich nicht unbedingt für einen „Tagesausflug“ aber der Weg lohnt sich!

 

Hochland auf Island © visiticeland.com

 

Wer hier jetzt einen ausführlichen Reisebericht erwartet, den muss ich allerdings leider enttäuschen, denn das würde eindeutig den Rahmen sprengen. Ich will viel mehr Appetit auf unzählige Wasserfälle, Geysire, Gletscher, überwältigende Weite und ganz viel Natur machen und hoffentlich ein paar hilfreiche Tipps mitgeben, um die Planung zu erleichtern.

 

Punkt 1: Wie kommt man hin? Klar, man kann das eigene Auto nehmen und dann mit der Fähre von Norwegen oder Schottland über die Faröer-Inseln anreisen. Sehr interessant, sehr erlebnisreich, seeehr langwierig. Schneller geht es natürlich mit dem Flieger. airberlin und Lufthansa (beide Tegel) sowie WOWair (Schönefeld) schaffen die Strecke von Berlin zum internationalen Flughafen Keflavik in komfortablen 3:45 Stunden.

 

Aurora Borealis © visiticeland.com

Punkt 2: Wie bewegt man sich in Island fort? Wer sich vom Süden/Süd-Westen (Region rund um Reykjavik) weiter entfernen will und z. B. nach Akureyri im Norden, sollte fliegen. Das Angebot ist recht vielfältig. In der Regel gehen die Flüge von kleinen Inlandsflughäfen. Das Straßennetz wird zwar Stück für Stück ausgebaut, aber ein Großteil der Straßen sind einfach Schotterpisten. Durch das unbewohnte Hochland sollte man nur mit einem „richtigen“ Geländewagen, GPS, guten Karten, nie alleine und ohne Funkkontakt fahren. Alle, die das nicht abschreckt, können sich bei der isländischen Straßenverwaltung über die aktuellen Straßenbedingungen informieren und ins Abenteuer starten. Autovermieter mit entsprechendem Gefährt findet man am Flughafen und auch in den Städten.

 

Punkt 3: Was gibt es zu entdecken? Unendlich viel! Es lohnt sich zur Reiseplanung und Orientierung die offizielle Seite von Island-Tourismus mal zu besuchen. Die pulsierende Metropole Reykjavik (rund 150.000 Einwohner) ist ein guter Ausgangspunkt, um den Süden und Südwesten der Insel zu erkunden. Von hier gelangt man schnell und unkompliziert sowohl in den (relativ) grünen Süden und Südwesten, kann aber auch Abstecher ins schroffe und einsame Hochland machen. Unzählige Wasserfälle und Geysire warten darauf, entdeckt und bestaunt zu werden.

 

Ein paar Tipps für Reykjavik und Umgebung:

 

Hallgrimskirkja © visiticeland.com

Die imposante, weil wie eine riesige Orgel anmutende Hallgrimskirkja gehört nach ganz oben auf die „Sollte-man-gesehen-haben-Liste“. Vom 74,5 Meter hohen Kirchtum hat man einen faszinierenden Panoramablick über Reykjavik.

 

Auch „The Pearl“ bietet einen faszinierenden Blick über die Stadt. Das domartige Glasgebäude ist auf sechs Tanks errichtet, die je vier Millionen Liter heißes Wasser aufnehmen können. In „The Pearl“ gibt es ein Restaurant, ein kleines Kaffee und im Eingangsbereich einen künstlichen Geysir.

 

Das 1909 gebaute Hofdi House ist etwas für „Historiker“. Hier trafen sich 1986 Reagan und Gorbatschow. Heute wird Hofdi House für offizielle Empfänge der Stadt genutzt.

 

Ein absolutes Muss, allerdings leider auch kein Geheimtipp, ist die „Blaue Lagune“ in der Nähe des internationalen Flughafens Keflavik und eignet sich auch als kurzer Stop-over, wenn man in Keflavik auf dem Weg in die USA umsteigt und ein paar Stunden Zeit hat. In warmem Thermalwasser baden, wenn es die Außentemperatur gerade in den zweistelligen Bereich geschafft hat, ist wohltuend für Körper und Seele.

 

20 Flugminuten von Reykjavik entfernt liegt die Inselgruppe der Westmännerinseln „Vestmannaeyjar“ mit ihrer faszinierenden Natur und einzigartigen Vogelwelt. Die kleine Insel und vor allem der gleichnamige Ort Heimaey, wohin der Flug auch führt, wurden vor rund 30 Jahren von einem Vulkanausbruch begraben und neu aufgebaut. Dazu gibt es ein kleines aber sehr interessantes Museum. Achtung: Auch bei Tagesausflügen am besten Zahnbürste und eine Grundausstattung an Wechselwäsche mitnehmen denn es kann vorkommen, dass wegen plötzlich aufziehendem Nebel nicht (zurück)geflogen werden kann und eine unfreiwillige Übernachtung eingeplant werden muss.

 

Wem die ganze Planung zu anstrengend ist, kann natürlich auch den einfachen Weg gehen und bei den gängigen Reiseveranstaltern Komplettpakete buchen.

 

Habe ich euch neugierig gemacht? Wer schon mal in Island war und seine Erfahrungen und Eindrücke weitergeben möchte: Ich freue ich auf euer Feedback!

Veröffentlicht am: 13.08.2013
von in Ganz nah, ganz fern, Luftverkehr
Schlagwörter: , , , , | 1 Kommentar
gastautor

gastautor

Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.
This entry was posted in Ganz nah, ganz fern, Luftverkehr and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Kommentare (1)

  1. Geiche schrieb am 13. August 2013:

    was ist bloß in Tegel los , warten 45 min. auf Koffer vom Rollfeld Gate 9 , das wird wohl so langsam zum Standart , vielleicht sollten die “ Loader“ mehr Lohn bekommen , denn es sah aus als ob die keine Lust hätten

Kommentar hinzufügen

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

*

Ähnliche Artikel