Grundschulkinder aus SXF-Nachbargemeinden lernen das Umweltprogramm der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH kennen.

Kaum zurück aus den Schulferien wurde es am 6. August für die Schüler der Grundschulen in Schulzendorf und Schönefeld gleich richtig spannend. Sie durften nach wissenschaftlichen Methoden Gras ernten, das im Rahmen des Umweltprogramms der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) untersucht wird. Die Analyse der Gräser gibt Auskunft über die Verbreitung von Luftschadstoffen und deren Wirkung auf die Umwelt im Flughafenumfeld.

 

Dr. Monica Wäber vom Institut UMW Umweltmonitoring, Jochen Heimberg, Leiter der FBB-Stabsstelle Umwelt und Dr. Kai Johannsen, Teamleiter Immissionsschutz erklärten den Schülerinnen und Schülern Ziel und Aufbau der Untersuchung und beantworteten ihre Fragen.

 

Auf den Schulhöfen in Schulzendorf und Schönefeld sowie an acht weiteren Standorten wurden seit Anfang Mai 2013 drei Graskulturen für vier Wochen den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Die Messpunkte sind nahe der Start- und Landebahn, in Schönefeld und Blankenfelde-Mahlow, nahe der Autobahn und in landwirtschaftlich genutzten Gebieten fern des Flughafens Schönefeld platziert, um einen Vergleich der Belastungssituation zu ermöglichen. Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke hatte sich für eine Untersuchung auf dem Gelände seiner Grundschule eingesetzt.

 

Das Münchner Institut UMW Umweltmonitoring wird die Pflanzen auf Rückstände von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Schwermetallen untersuchen lassen. Diese Stoffe treten unter anderem als Rückstände von Verbrennungsprozessen aus Heizungsanlagen sowie dem Straßen- und Luftverkehr auf.

 

Die Untersuchung wird nach genauen Vorgaben des Vereins Deutscher Ingenieure durchgeführt. Die Graskulturen wurden in Töpfen kultiviert, die auf einer Stange aufgestellt sind. Die Vorgaben zur Pflanzerde im Topf, zum Gießwasser und zu den Erntemethoden zielen darauf ab, dass tatsächlich nur Schadstoffe aus der Luft auf und in die zu untersuchenden Pflanzen gelangen. Für das Umweltmonitoring mittels Gras gelten damit vergleichbar strenge und sichere Standards wie für ein technisches Messgerät. Gras eignet sich für das Biomonitoring besonders, da es außerhalb der Heizperiode gedeiht, so dass Abgase aus Heizungsanlagen nicht das Ergebnis beeinflussen. Als Futterpflanze insbesondere für Rinder und Milchkühe gelangt Gras auch in die Nahrungskette.

 

Die Analyse von Gräsern ist Teil eines seit 2011 bestehenden freiwilligen Programms der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Das über mehrere Jahre angelegte Umweltuntersuchungsprogramm wurde bereits deutlich vor Aufnahme des Flugbetriebs am neuen Flughafen Berlin Brandenburg aufgenommen, um die Umweltwirkungen des Luftverkehrs im Flughafenumfeld langfristig zu dokumentieren. Damit sollen die Auswirkungen des Luftverkehrs auf die Umwelt in der Nachbarschaft des zukünftigen Flughafens Berlin Brandenburg untersucht werden. Neben dem Biomonitoring, in dem neben Gräsern auch Grünkohlpflanzen und Bienenvölker untersucht werden, betreibt die Flughafengesellschaft auch eine Luftgütemessstelle.

 

In beiden Untersuchungen wurden in den letzten Jahren keine Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt. Ein Einfluss des Flughafens auf die Luftqualität war nicht nachweisbar.

 

Sobald die Auswertungen der diesjährigen Untersuchung abgeschlossen sind, werden wir die Ergebnisse auf unserer Website veröffentlichen.

Veröffentlicht am: 08.08.2013
von Jochen Heimberg in Flughäfen Schönefeld und Tegel, Umwelt und Umland
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Jochen Heimberg

Jochen Heimberg

Jochen Heimberg leitet die Stabsstelle Umwelt des Flughafens Berlin Brandenburg. BER, der modernste Flughafen Europas – auch in Sachen Umwelt, das ist sein Anspruch. Leitsatz seiner Arbeit könnte allerdings auch das Kohl’sche Kanzlerwort sein „Es kommt drauf an, was hinten rauskommt“. Wie können wir noch mehr fürs Klima tun, Abfall vermeiden, Fluglärm minimieren, den Wasser- und Energieverbrauch senken? Auch der Schutz des Bodens, des Grundwassers und der Oberflächengewässer sowie der Arbeitsschutz stehen auf seiner Agenda. Im Blog berichtet er auch über die Anstrengungen des Flughafens bei der Überwachung der Luftgüte.

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