von Eva Minster

„Als Luftfahrt bezeichnet man den Transport von Personen oder Gütern durch die Erdatmosphäre ohne feste Verbindung zur Erdoberfläche.“ Das ist aber sicher nicht die beste Erklärung für Kinder. Der Flughafen Schönefeld bietet jedes Jahr mit der Ferienaktion „Ein Tag am Flughafen“ eine spannende Alternative für interessierte Familien an. Hier können Kinder und Begleitpersonen einen ganzen Tag hinter die Kulissen des Flughafens Schönefeld blicken. Diese Gelegenheit nutzen Ende Juli auch die Teilnehmer des Ferienpasses Blankenfelde-Mahlow, die von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Flughafengesellschaft zu dem Besuch eingeladen waren.

 

09:30 Uhr am Terminal C: Vor dem Guide Thomas März steht eine 40-köpfige Kinderschar von 5- bis 13-jährigen, die teilweise noch sehr müde zu sein scheinen. Auch ein paar Mütter und Väter sind zur Unterstützung mit dabei. Organisiert wurde der Besuch von Herrn Uwer aus Blankenfelde-Mahlow und seinen beiden Söhnen. Als erstes stärkt sich die Gruppe am Frühstücksbuffet in der Kantine des Flughafens. Eine Mutter wundert sich, was Kinder am Morgen schon so verdrücken können.

 

Während der anschließenden Busfahrt, vorbei am Vorfeld hin zur Sicherheitskontrolle, verkündet der Guide das Highlight des Tages: die Landung eines Rosinenbombers aus England.

 

Jedes Kind bekommt einen Sicherheitsausweis, der speziell für Besucher der Tour ausgestellt ist, ohne den es die Sicherheitskontrolle nicht passieren darf. Neben der Personenkontrolle folgt natürlich auch die Kontrolle der Taschen und Rücksäcke durch den Handgepäckscanner. Die lustig gemeinte Frage des Polizeibeamten nach Drogen hinterlässt nur ratlose Gesichter. Gott sei Dank!

 

Nun geht es weiter zum Gebäude der Bundespolizei. Hier werden wir bereits von einer Frau und einem Mann in Uniform erwartet. Zunächst werden die Regeln geklärt. Dass hier Respektspersonen stehen, merken die Kinder sogleich. Anschließend die Frage: „ Wer möchte in den Panzer klettern?“ Dieser begleitet sonst die israelischen Airlines beim An- und Abflug zur Start- und Landebahn. Der Innenraum des Panzers mit acht Sitzplätzen ist erstaunlich groß und wird sofort in Beschlag genommen. Alles darf angefasst werden, es gibt sogar eine Klimaanlage. Fällt diese aus, können hier drin bis zu 60 Grad herrschen.

 

Die anderen Kinder dürfen derweilen eine komplette Schutzausrüstung anziehen. So eine Montur besteht aus Weste, Helm, Schutzschild und Schlagstock. Gar nicht so einfach zu halten, der Arm wird schnell lang. Nachdem die Beamtin versichert hat, dass die Waffe im Gurt gesichert und nicht geladen ist, dürfen die Kinder sich daran versuchen, diese aus der Halterung zu klauen. Anfassen ist erlaubt und das ist schon was Besonderes! Ich bin beeindruckt, wie sehr sich die Kinder bemühen, die Waffe der Polizistin abzunehmen. Aber natürlich gelingt es keinem.

 

Auch den Schlagstock darf jeder einmal halten und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten, z. B. als Abstandshalter, werden erklärt. Die Beamten machen das so toll, dass die Kinder ganz offen alle Fragen stellen. Dann werden das mit Wasser gefüllte OC Spray, auch Pfefferspray genannt, sowie die Handschellen in der Handhabung demonstriert.

 

Weiter geht es im Inneren des Gebäudes, wo nun von jedem die Handsonde ausprobiert werden darf. Die Beamten werden als erstes von den Kindern gescannt, da es hier natürlich piept. In einem Glaskasten aufbewahrt, stehen Gegenstände, die zur Mitnahme im Flugzeug verboten sind, wie z.B. ein Feuerzeug in Form einer Handgranate oder eine Schreckschusswaffe. Manche Dinge sind nur im Flugzeug nicht erlaubt, andere wiederum in ganz Deutschland. Es wird sehr lebendig diskutiert und die Kinder hängen an den Lippen des Bundespolizisten.

 

An anderer Stelle zeigt ein Beamter verschiedene gefälschte Pässe und erläutert die Merkmale. Erstaunlich, was sonst unsichtbar scheint, unter Schwarzlicht dann doch sichtbar wird. Zuletzt scharrt sich die ganze Gruppe um ein Röntengerät, durch den die Taschen der anwesenden Mütter gescannt werden. Schlüssel, Geld, Wasserflasche werden erkannt. Aber was ist das? Eines der Kinder erkennt einen Schlagring! Die Auflösung folgt sofort, denn der Beamte hat ihn einfach unter die Tasche gelegt.

 

Jetzt wird es wieder Zeit in den Bus zu steigen und vorbei an Frachtflugzeugen ohne Fenster zur Feuerwehr zu fahren. Dort werden wir schon mit riesigen Feuerwehrautos erwartet. So ein 1000 PS starkes Löschfahrzeug kann nach Bedarf entweder Schaum oder Wasser spritzen, der Tank fasst 12.000 Liter.

 

Nun endlich erfolgt die Erlaubnis das Fahrzeug zu besteigen und da gibt es kein Halten mehr. Ein Kindheitstraum wird wahr. Anschließend darf sich jeder im Zielen mit einem Wasserschlauch üben und danach darf in einem Propellerflugzeug Platz genommen werden.

 

Zu guter Letzt gibt es noch einen Blick in den Lufthansa-Hangar. Dort werden die Maschinen gewartet und so nah wie hier kommt man ihnen in der Regel sonst nicht.

 

Wieder im Bus, verlassen wir nun den Flughafen Schönefeld und fahren zum neuen Flughafen Berlin Brandenburg. Um einen Überblick zu bekommen, klettern alle die 171 Stufen auf den Infotower nach oben und nur wenige nehmen den Fahrstuhl. Vom 32-Meter hohen Turm haben die Kinder eine gute Aussicht auf das neue Terminal sowie die Start- und Landebahn am Flughafen Schönefeld.

 

Das Mittagessen steht schon bereit und so besteigen wir zum letzten Mal den Bus und fahren in die Kantine nach Schönefeld. Wir haben unglaubliches Glück und sehen während der Rückfahrt den angekündigten Rosinenbomber im Anflug.

 

Wer jetzt denkt, dass die Kinder nicht mehr Flugzeuge sehen wollen, der irrt. Noch schnell ein Eis auf die Hand und ab auf die Besucherterrasse des Bestandsflughafens Schönefeld (SXF). Am Ende ist es eine Erwachsene, die es als erste ausspricht, was vermutlich viele bereits denken: „Im nächsten Jahr komme ich wieder!“

Veröffentlicht am: 07.08.2013
von gastautor in Flughäfen Schönefeld und Tegel
Schlagwörter: , , , , , , | 1 Kommentar
gastautor

gastautor

Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.
This entry was posted in Flughäfen Schönefeld und Tegel and tagged , , , , , , . Bookmark the permalink.

Kommentare (1)

  1. Christoph Knispel schrieb am 18. September 2013:

    Hallo Liebes BER-Team und liebe Herren und Damen der GF-BER!
    Ich war Sonntag(15. September 2013) mit meinem besten Freund aus Facebook bei euch, und ich muss sagen, der BER, ist ein sehr guter Flugahfen geworden und die Stimmung war genial. ;) *top*
    Achso, bevor ich es vergesse, ich bedanke mich an den BER-Pressechef Herr Kunkel für das Bild, das er von uns 3 gemacht hat. Vielen Dank von meiner Seite!
    Wünsche euch allen, das beste.
    Euer: Christoph

Kommentar hinzufügen

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Ähnliche Artikel