von Tim Schütze

Jedes Jahr im Sommer findet in der Zülowniederung in der Nähe von Rangsdorf (südlich von Berlin) das Workcamp des Landschaftspflegevereins Mittelbrandenburg e.V. aus Blankenfelde statt. Über den Partnerverein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) e. V.  können sich junge Leute zwischen 16 und 21 Jahren für das Projekt bewerben. Außer Fahrtkosten wird fast alles gesponsert. Europaweit gibt es Plätze für verschiedene Camps der ijgd, drei Vorschläge für einen Wunschort können abgeben werden. Der Rangsdorfer Ortsteil Groß Machnow ist einer davon.

 

Das Projekt wird vom Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg e. V. organisiert und von der  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH gefördert. Vom 08. bis zum 25. Juli befreien die Zülow-Pfleger den Waldweg am Groß Machnower Weinberg an der Landstraße zwischen Groß Machnow und Mittenwalde vom Wildwuchs,  schützen Ameisenhaufen der Roten Waldameise und pflegen und erhalten Trockenrasen- und Offenlandbereiche. Sie kommen unter anderem aus Armenien, Bremen, Frankreich, Hamburg, Korea, Serbien, Spanien, der Türkei, der Ukraine, der USA und Weißrussland.

 

Es ist der zweite Tag, an dem die Camper den Weg frei räumen und man erkennt deutlich, dass sie auf den ersten 150 Metern am Vortag schon viel geschafft haben. Von dem zugewucherten Pfad, auf dem heute weitergearbeitet wird, ist nicht mehr viel zu sehen. Mit dabei ist Anna aus Berlin, die letzten Sommer eigentlich für ein Auslandsjahr nach Kambodscha wollte. Doch die Austauschorganisation sagte kurzfristig ab. So suchte sie sich einen Platz für ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) und landete beim Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg e. V. in Blankenfelde und betreut jetzt die internationale Truppe im Workcamp mit.

 

Weiter oben den Berg hinauf legen andere Teilnehmer Hecken aus  Zweigen, Sträuchern und Wurzeln am Wegesrand an. Die brechen, sägen, zwacken, hacken und schaufeln sie aus dem Naturpfad, der von ihnen befreit wird. Die Hecken bieten künftig Schutz und Lebensraum für diverse Waldbewohner. Étienne aus der Nähe von Lyon war es eigentlich egal in welchem Camp er landet. Hauptsache, er ist an der frischen Luft, in der Natur, in Bewegung und tut damit seiner Gesundheit auch etwas Gutes. Zufällig ist es dann Groß Machnow geworden. Er studiert Elektroingenieurwesen. Maike aus Hamburg hingegen gefällt, dass man verreist, neue Leute trifft und sich mit anderen Kulturen austauscht. Sie hat bereits eine Ausbildung zur Biologielaborantin gemacht und plant jetzt zu studieren.

 

Um 13 Uhr ist bereits wieder ein ganzes Stück Weg geschafft. Zeit für´s Mittagessen. Die Gruppe fährt circa 20 Minuten mit dem Rad zurück nach Groß Machnow. Dort sind die jungen Leute in der Grundschule untergebracht, welche während der Ferien für sie Platz bietet. Hier schlafen sie auf Matratzen in zwei neben einander liegenden Klassenräumen. Doch das eigentliche Gemeinschaftsleben findet 50 Meter weiter die Dorfstraße hinauf in der Groß Machnower Mehrzweckhalle statt. Unten die Sporthalle und die Duschen, im ersten Stock ein großer Aufenthaltsraum mit großer Küche sowie Sofas, Fernseher, Kickertisch und ein Computerkabinett.

 

Für Teamleiterin Katja aus der Ukraine ist es das neunte Mal, dass sie an einem solchen Camp teilnimmt. Weil es ihr hier gefällt und die Unterkünfte immer sehr gut sind, kommt die Studentin der Wirtschaftswissenschaften immer nach Deutschland. Sie war schon in den verschiedensten Ecken des Landes. Beim letzten Mal in der Gegend um Saarbrücken. Außerdem findet sie es gut, neue Leute aus anderen Ländern zu treffen und verreisen zu können.

 

Neben dem Hauptprojekt, dem Herrichten des Naturpfades, stehen unter anderem Naturkunde vor Ort im Wald sowie eine Tour zum zukünftigen Flughafen und Ausflüge in die Hauptstadt an. Die Wochenenden haben die Jugendlichen übrigens zur freien Verfügung. Dann dürfte es das eine oder andere Mal zur Abwechslung sicherlich auch in die große Stadt gehen.

Veröffentlicht am: 16.07.2013
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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.
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