(c) privat

Vor kurzem besuchte ich meinen Opa. Er ist stolze 93 Jahre alt. Warum erzähle ich Ihnen das? Weil uns der Luftverkehr verbindet. Inwiefern? Opa saß viele Jahre lang selbst im Flieger und mich hat es in die Pressestelle am Flughafen verschlagen. Unsere Gespräche handeln meistens, wie sollte es anders sein, vom Luftverkehr. Sind Sie neugierig? Ich habe bei meinem Opa mal nachgefragt:

 

Opa, wie bist du eigentlich zur Fliegerei gekommen? Wolltest du schon immer Pilot werden?

Ja, es war seit jeher mein Wunsch zu fliegen. Ich habe mich 1941 bei der Luftwaffe freiwillig zur Fliegerei gemeldet. Mit 21 Jahren saß ich dann dass erste Mal im Flugzeug. Die Ausbildung zum Piloten dauerte insgesamt anderthalb Jahre.

 

Hattest du jemals Angst, dass dir etwas passiert?

Nein mein Kind, das darfst du nicht haben! Beim Fliegen musst du immer konzentriert sein! Die Fliegerei darf nie zur Routine werden.

 

Opa, sage mal, welche Maschine bist du denn geflogen?

 Ach, das waren so einige: Vom Doppeldecker Focke-Wulf Fw  44, Focke-Wulf Fw 58, Bücker Bü 131 Jungmann, über Klemm Kl 35, Arado Ar 65, Arado Ar 66, Arado Ar 86 bis hin zur Junkers W 34, Focke Wulf 58….

 

Wie kam es dazu, dass du Fluglehrer wurdest?

Die Flugzeugführerschule A/B 14 in Klagenfurt hat mich 1943 für diesen Posten ausgewählt.

 

Hast du noch Kontakt zu deinen alten Kameraden?

Nach der Wende hatten wir ein paar Treffen mit den ehemaligen Angehörigen der Schule und mit meiner Fluggruppe. Das war immer ein Erlebnis, man hatte sich so viel zu erzählen. Vor circa zehn Jahren trafen wir uns ein letztes Mal. Da waren es nur noch ganz wenige Teilnehmer. Sie leben alle im Heim. Mein bester Freund antwortet jetzt auch nicht mehr. Ich glaube, er ist gestorben…

 

Wie siehst du den Luftverkehr heute? 

Da fliegt doch nur noch der Computer! Nein, im Ernst. Ohne uns Piloten wird es nie gehen. Denk doch mal an die Passagiere. Oder würdest Du in den Flieger einsteigen, wenn vorne im Cockpit kein Mensch mehr sitzt? Aber es ist heute natürlich alles viel sicherer als früher.

 

Was hältst du vom A380?

Naja, vor 70 Jahren, als ich mit der Fliegerei angefangen habe, hätte niemand geglaubt, dass so etwas möglich ist. Mir persönlich ist das zu groß. Aber die hätten den Flieger ja nicht gebaut, wenn man ihn nicht brauchen würde. Früher war fliegen ja noch Luxus, heute ist ja die ganze Welt in der Luft unterwegs. Ich verstehe schon, dass es nur mit kleinen Maschinen nicht mehr geht. 

 

Es gibt noch so viel mehr zu erzählen … Beim nächsten Mal vielleicht?! Danke, Opa!

(c) privat

Veröffentlicht am: 11.07.2013
von Susann Radecke in Luftverkehr Kommentar hinzufügen
Susann Radecke

Susann Radecke

Susann Radecke ist dem Flughafen Schönefeld bereits seit über 10 Jahren treu. Durch ihre Ausbildung zur Luftverkehrskauffrau wurde ihr Interesse zum Tourismus und der Luftfahrt noch mehr geweckt. Daher schreibt sie im Blog überwiegend über Reisethemen. In der Pressestelle kümmert sich Susann u.a. um die Terminkoordination des Pressesprechers Ralf Kunkel, die Organisation von Dreh-, Foto- und Kundenanfragen.
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