von Tim Schütze

Nass, kalt und windig ist es am Samstagabend beim siebenten Airport Run. Kein Vergleich zum Vortag, an dem es noch mollige 25 Grad waren. Das ist der erste Gedanke, der mir als Nichtläufer an diesem Tag durch den Kopf schießt. Der zweite: Die armen Läufer! Doch hartgesottene, leidenschaftliche Läufer scheint das offenbar nicht von ihrem Entschluss abzubringen: Zehn Kilometer oder einen Halbmarathon wollen sie laufen. Respekt!  

 

Zusammen mit „Berlin läuft!“ hat die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg  zum siebenten Airport Run eingeladen. Und knapp 3.700 Sportler sind gekommen. Das Besondere an diesem Lauf: Die Strecke führt über die künftige Start- und Landebahn (Südpiste) und über das Vorfeld. Flächen, die auch jetzt vor Inbetriebnahme des BER normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind. Bereits lange vor dem Startschuss am Abend, finden sich die ersten Läufer gegen 16:00 Uhr vor den Hallen der Bodenverkehrsdienste ein, um sich ihre Startnummern abzuholen. Hier sind außerdem Bühne, Zelte und Imbissbuden aufgebaut. An diesen gibt´s natürlich Curry- oder Rostbratwurst, Bier und an diesem Tag zum Glück auch heißen Tee, Kaffee oder Kakao. Gegen Teilnahme am Gewinnspiel der Lufthansa bekommt man eine Portion Currywurst sogar gratis. Auf der Bühne, auf der später die schnellsten Teilnehmer geehrt werden, stimmen Musik und Moderator auf den Lauf ein. In einem der Zelte befindet sich die Lauforganisation. In einem anderen können die Teilnehmer  ihre Medaillen gravieren lassen.

 

Einmal – die Halbmarathonläufer sogar zweimal – laufen die Teilnehmer die komplette vier Kilometer lange Start- und Landebahn bis zum Ende ab. Der Startschuss fällt noch bei Tageslicht um 19:00 Uhr. Los geht´s, hinaus auf die 60 Meter breite Südbahn des Airports. Kurz vor dem Start beginnt es zu regnen. Doch kein Läufer lässt sich entmutigen. Scheinbar bis zum Horizont laufen sie, bis es nach vier Kilometern runter von der Runway, über die Taxiways zum Vorfeld geht. Mittlerweile hat sich das Teilnehmerfeld gelichtet. Aus der dichten Menschentraube ist eine lange Schlage geworden. Jeder hat seine eigene Laufgeschwindigkeit und natürlich verfügen die Läufer über einen ganz individuellen Trainingsstand. Einige Walker sind übrigens auch mit am Start. Alle passieren auf dem Weg zum Ziel auch den 72 Meter hohen Tower der Deutschen Flugsicherung. Dann geht es in einer Linkskurve vorbei am neuen Terminal. Start und Ziel sind in diesem Fall am gleichen Punkt zwischen der Fahrzeughalle und der Werkstatt der Bodenverkehrsdienste nahe der Bühne eingerichtet.

 

Der beleuchtete Flughafen und die eingeschaltete Befeuerung der Flugbetriebsflächen sind in der Abenddämmerung zusätzlich ein besonderer  Anblick. Als die letzten Läufer zwischen 21:00 und 22:00 Uhr ins Ziel kommen, ist es bereits dunkel und die schnellsten Teilnehmer sind längst angekommen. Kaum ein Teilnehmer, der nicht nass bis auf die Knochen ist. Denn mittlerweile ist aus dem Nieselregen ein kräftiger Schauer geworden.

 

Schnellste Frau beim 10-Kilometer-Lauf ist mit 39:39 Minuten die Berlinerin Karsta Parsiegla. Als schnellster Läufer kommt nach 33:26 Minuten Christian Krannich, ebenfalls aus Berlin ins Ziel. Beim Halbmarathon läuft Dr. Britta Augsburg aus London mit einer Zeit von 1:31:11 Stunden  als schnellste Frau ins Ziel. Mit 1:15:09 Stunden schnellster Mann, ist Iain Ridgway aus Großbritannien.

Veröffentlicht am: 30.04.2013
von gastautor in Flughafen BER Kommentar hinzufügen
gastautor

gastautor

Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.
This entry was posted in Flughafen BER. Bookmark the permalink.

Kommentar hinzufügen

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Ähnliche Artikel

  • No Related Post