Wer kennt das nicht? Das Flugzeug landet, vielleicht wird noch kurz geklatscht und schon wackeln die ersten Passagiere nervös auf Ihren Sitzen hin und her. Sobald die Maschine steht, geht es weiter: Menschen springen auf, reißen die Gepäckfächer über sich auf und stehen samt Handgepäck im Gang. Aber halt! In den Minuten zwischen Landung und Ausstieg laufen wichtige Prozesse ab und die Minuten, die uns manchmal wie eine Ewigkeit vorkommen, sind für den reibungslosen Ablauf am Flughafen von enormer Bedeutung.

 

Noch bevor ein Flugzeug überhaupt in der Luft ist, bestimmt die Vorplanung bereits die geplante Parkposition des Flugzeugs am Ankunftsflughafen. Das ist wichtig, da der Ausstieg der Passagiere mit den anderen Prozessen koordiniert werden muss. So wird passend zur Parkposition ein Gate bestimmt und ein Gepäckband zugeordnet. Nach der Landung informieren die Bodenlotsen den Piloten über die ausgewählte Parkposition und teilen ihm außerdem mit, über welchen Weg das Flugzeug zur Parkposition rollt. Zudem werden weitere Vorkehrungen getroffen, denn die jeweiligen Bedingungen fordern sowohl in der Luft als auch am Boden ganz unterschiedliche Maßnahmen. So sind die Anforderungen an den Piloten stark vom Flugzeugtyp und Wetter abhängig, denn natürlich lässt sich eine 737 bei optimaler Sicht besser am Boden manövrieren als ein A 330 bei dichtem Nebel. Daher wird rechtzeitig entschieden, ob ein Follow-me Fahrzeug benötigt wird, um dem Flugzeug vorrauszufahren und es an die korrekte Parkposition zu lotsen. Einmal dort angekommen wird das Flugzeug durch einen Marshaller eingewiesen oder durch ein elektronisches Parksystem beim „Einparken“ unterstützt. Ist dann die korrekte und endgültige Parkposition erreicht, schaltet der Pilot die Triebwerke ab und zieht die Bremsen an. Außerdem stecken Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste den Bodenstrom ans Flugzeug an und legen Bremsklötze (Chocks) vor und hinter die Räder. Ist das erledigt wird die Brücke oder Treppe herangefahren und die Tür geöffnet. Dann kann der Ausstieg, das sogenannte Deboarding, beginnen.

 

Es sind also einige Abläufe die sich zwischen Landung und Ausstieg rund um ein Flugzeug abspielen. Und damit all das gut und sicher klappt, ist eine gewisse Zeit nötig. Bei meinem nächsten Flug werde ich daran sicher denken und aufmerksam verfolgen was um das Flugzeug herum passiert. Dann vergeht die Zeit bestimmt auch schneller.

Veröffentlicht am: 18.04.2013
von in Luftverkehr
Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare zu Zwischen Landung und Ausstieg
gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.

Kommentare (2)

  1. Paul schrieb am 19. April 2013:

    Diese Heinis wird es immer geben, verstehe nicht warum die das machen!? Schneller gehts dadurch doch nicht. Ich bleibe immer artig sitzen und mach mich über genau diese Leute lustig! Wer entspannter reist? Ich natürlich 😛 Hierzu hab ich 2010 mal einen Artikel geschrieben:

    http://www.meintag-blog.de/reisen/fliegen-das-sollten-anfanger-beachten/

    geändert hat sich seitdem nix. Ich habe jedoch noch folgende Erfahrung gemacht:
    von DTM nach LTN, nach der Landung bleibt das Flugzeug kurz stehen, da wohl viel Verkehr am Ground war, die ersten stehen bereits auf und das Kabinenpersonal teilt mehrmals mit, „we are still moving“. Erst als er laut ins Mic gebrüllt hat, haben es auch die letzten verstanden. Nach diesem Punkt sind wir weitere 3 Minuten gerollt. 😀

  2. Ju Li schrieb am 21. April 2013:

    Also ich bin letzte Woche zum ersten Mal geflogen und hab dieses „Chaos“ auch sehr wohl beobachten können. War für mich als Bahnfahrerin allerdings nichts neues – da ist es genau so.
    Konnte das noch nie nachvollziehen. Lieber warten bis alle draußen sind und dann selbst schnell aussteigen.
    War jedenfalls lustig mit an zu sehen ;))

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