Im September letzten Jahres haben wir hier bereits Janine vorgestellt. Sie absolviert derzeit die Ausbildung zur Luftverkehrskauffrau bei der Flughafengesellschaft. Jetzt haben wir sie wiedergetroffen und sie zu ihren Erlebnissen interviewt.

 

Hallo Janine, beim letzten Mal hattest du uns ja berichtet, dass du direkt nach dem Einführungskurs deinen praktischen Einsatz im Einkauf begonnen hast. Wie hast du die Zeit dort erlebt?
Ja, in meiner ersten Abteilung, dem Einkauf, habe ich einerseits unser Lager und andererseits auch den operativen und strategischen Einkauf kennengelernt. Dabei habe ich allgemeine Sekretariats- und Büroaufgaben, wie Anrufe entgegennehmen, die Post sichten und Unterschriften einholen, erledigt. Außerdem habe ich die direkte Kundenbetreuung, die Warenausgabe und -annahme, die Kontrolle gelieferter Waren sowie die Buchung und Auslieferung der Waren zu unseren einzelnen Standorten kennengelernt und tatkräftig unterstützt. Dann habe ich noch das Archiv gepflegt, Excel-Tabellen erstellt sowie Angebote gesichtet und Bestellungen im „SAP-System“ geprüft. Nachdem ich schon anfangs sehr freundlich empfangen wurde, hatte ich dort insgesamt eine sehr schöne Zeit.

 

Die Berufsschule hast du nun mittlerweile auch schon besucht. Hast du dich dort schon gut eingelebt?
In der Berufsschule sind wir 16 Schüler in unserer Klasse: fünf Azubis der Flughafengesellschaft, weitere fünf von Globe Ground Berlin, vier von der airberlin und zwei von DHL. Ich kannte bereits fast alle von der Begrüßungsfahrt am Anfang der Ausbildung und dadurch war ich nicht mehr ganz so sehr aufgeregt. Durch Zufall kannte ich sogar zwei von meinen Mitazubis schon von früher. In der ersten Schulwoche hatten wir einen Kennenlerntag, der unser Teamverhalten gestärkt und uns eine Menge Spaß bereitet hat. Geplant sind auch Fahrten nach Hamburg und eine Abschlussfahrt nach Barcelona. Insgesamt sind wir eine echt gute Truppe und ich freue mich auf unsere gemeinsamen drei Jahre.

 

Und wie läuft es für dich in der Schule, wie ist der Unterricht?
Die Schule ist in Königs Wusterhausen. Montags und freitags haben wir jeweils sechs und an den anderen drei Tagen jeweils acht Stunden Unterricht. Festgelegt ist, dass wir immer mindestens eine ganze Woche Schule am Stück haben, also nicht tageweise zwischen Schule und Unternehmen wechseln, wie es an anderen Schulen und in anderen Berufen oft der Fall ist.
Neben den Fächern wie Deutsch, Sport und Englisch, habe ich nun noch Verkehrsgeografie, Rechnungswesen, Wirtschafts- und Sozialkunde und Luftverkehrsfachkunde.
In Luftverkehrsfachkunde werden wir Grundlagen des Luftverkehrsmanagements erlernen und sprechen dabei oft über aktuelle Ereignisse und Neuigkeiten im Luftverkehr. Im Fach Verkehrsgeografie behandeln wir gerade die IATA-Codes der deutschen Flughäfen, also TXL für Tegel, SXF für Schönefeld, usw. Darüber  haben wir  letztens auch eine Kontrolle geschrieben, wobei wir wissen mussten, in welchem Bundesland sich der Flughafen befindet und wie der passende 3-Letter-Code des jeweiligen Flughafens lautet. Rechnungswesen ist manchmal etwas kompliziert, aber wenn man den Bogen erst mal raus hat, dann macht es auch echt Spaß.

 

Und wie steht es derzeit um den praktischen Teil deiner Ausbildung im Unternehmen, was machst du da zurzeit?
Im Moment bin ich im Bereich Aviation Management bei den Verkehrsdiensten in Tegel. So lang bin ich da zwar noch nicht eingesetzt, ich habe aber dennoch schon eine Menge erlebt. Ich hatte Glück, dass gerade ein paar andere Mitarbeiter zu Follow-Me Fahrern ausgebildet wurden. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, auch gleich an den Schulungen teilzunehmen und so unter anderem zu lernen, wie das Einwinken von Flugzeugen, das so genannte „Marshalling“, funktioniert. Außerdem habe ich den Flughafen Tegel bereits viel besser kennengelernt und konnte sozusagen schon hinter die Kulissen, beispielsweise in die Gepäckkeller, schauen. Mir wurde auch gezeigt, worauf zu achten ist, damit auf dem Vorfeld alles so funktioniert, wie es sein muss und, dass sich jeder an die Vorschriften, z.B. die Vorfeldordnung hält. Nach zwei Wochen erhielt ich sogar ein Permit, also eine Erlaubnis, mit der ich nun Flugzeuge tatsächlich selbst einwinken darf.
In meinem Einsatz hier werde ich auch noch die Tätigkeiten im Airport-Control-Center, kurz ACC, also der Ort, von dem aus die gesamten Abfertigungsprozesse am Flughafen gesteuert und die Ressourcen disponiert werden, kennenlernen.

 

 
Das klingt ja wirklich sehr spannend und vielseitig. Was hat dir denn dabei bisher besonders gefallen?
Ich habe mich jeden Tag besonders auf das Einwinken der Flugzeuge gefreut, da dies ein echt tolles Gefühl ist. Außerdem habe ich so erst einmal gesehen, wie viele unterschiedliche Flugzeugtypen es gibt. Ein besonderes Erlebnis für mich war auch, das Einwinken einer Fokker aus Brasilien und die anschließende Mitfahrt im Cockpit von Tegel Süd nach Nord. Sowieso konnte ich mir viele Flugzeuge von innen anschauen, so auch eine ukrainische Antonow, die ich zuvor selbst eingewunken hatte. Sehr spannend war es auch immer, wenn Regierungsflüge gelandet sind, da bei diesen der Empfang immer besonders war.

 

Danke, Janine, und bis zum nächsten Mal.

Veröffentlicht am: 29.01.2013
von Sandro Kupsch in Ausbildung, Flughäfen Schönefeld und Tegel 1 Kommentar
Sandro Kupsch

Sandro Kupsch

Sandro Kupsch hat bei der Flughafengesellschaft seine Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann absolviert. Dabei hat er an den Flughäfen TXL und SXF selbst Flugzeuge und Passagiere abgefertigt und die komplexen Prozesse am Flughafen so hautnah erfahren. Jetzt ist er in der Pressestelle tätig und wird hier im Blog vorwiegend über luftverkehrsspezifische und operative Themen berichten und den Flughafenalltag sowie einige Besonderheiten erklären.
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Kommentare (1)

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