Wer kennt das nicht von Zuhause? Man hängt an seinem alten Bosch-Kühlschrank, der verchromte Griff liegt gut in der Hand und der Kompressor brummt freundlich, wenn man abends beim Bier sitzt. Wenn da nicht der Verbrauch und das klimaschädliche Kühlmittel wären…

 

Das Bürogebäude ²BAC von Fay Projects direkt vor dem Terminal erhielt von der DGNB ein Abschlusszertifikat in Silber

Auch der Flughafen Berlin Brandenburg macht sich Gedanken über die Zukunft seiner Infrastruktur. Der neue Flughafen wird zum Beispiel wesentlich energieeffizienter sein, als es Tegel und Schönefeld heute sind. Erdgas betriebene Blockheizkraftwerke erzeugen bereits heute auf dem BER-Campus Wärme, Kälte und Strom direkt vor Ort. Je nach Jahreszeit kühlt bzw. erwärmt Erdwärme das Terminal. Der BER wird aber auch größer sein, mehr Mieter beherbergen und neue Annehmlichkeiten bieten, die wiederum mehr Energie benötigen. Aber es geht um mehr als nur Energie: Was macht einen nachhaltigen Flughafen überhaupt aus? Wir machen uns daher schon heute Gedanken, wie wir den neuen Flughafen kontinuierlich auf dem neuesten Stand der Technik halten, welche Standards wir für zukünftige Gebäude anstreben und auf welche besonderen Nutzer und Nutzungen wir achten müssen. So gehört für uns auch die Frage, wie sich Kinder, Alte oder Menschen mit Behinderung auf dem BER gut zurechtfinden und ein ihren Bedürfnissen entsprechendes Umfeld vorfinden, zu unseren Überlegungen.

 

Der Flughafen Berlin Brandenburg ist aus diesem Grund der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) beigetreten. Für uns ist diese Mitgliedschaft ein weiterer Schritt, den BER zu einem grünen Flughafen zu entwickeln.

 

Im Mittelpunkt der DGNB-Aktivitäten steht die Zertifizierung von Gebäuden im Hinblick auf zahlreiche Nachhaltigkeitskriterien. In die Bewertung fließen Kriterien aus den Feldern Ökologie, Ökonomie, soziokulturelle und funktionale Aspekte, Technik, Prozesse und Standort ein, die auf das jeweilige Nutzungsprofil ausgerichtet sind. Werden diese Anforderungen erfüllt, so kann ein Gebäude das DGNB-Zertifikat in der Kategorie Gold, Silber oder Bronze erhalten.

 

Flughäfen besitzen dabei ganz spezielle Funktionsgebäude, für die von der DGNB bislang noch keine Kriterien des nachhaltigen Bauens definiert wurden. So stellt zum Beispiel das Terminal ein Gebäude mit sehr vielfältigen Funktionen und komplexen Prozessen dar. Ein Hangar mit seinen riesigen Toren ist beispielweise im Hinblick auf die Beheizung eine echte Herausforderung. Wir wollen daher innerhalb der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen gemeinsam mit anderen Flughäfen die Entwicklung von Zertifizierungskriterien für flughafentypische Gebäude vorantreiben. Die DGNB bietet dafür eine ideale Plattform.

 

Auch bei der Entwicklung unserer Gewerbeflächen setzen wir auf Partner, die sich wie wir dem qualitätvollen Bauen verschrieben haben. Mit der DGNB sollen Aspekte wie die Lebenszykluskosten von Gebäuden und die Werthaltigkeit noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Ein vom Frankfurter Projektentwickler Fay Projects errichtetes Büro- und Dienstleistungszentrum gegenüber dem neuen Terminal wurde bereits 2010 mit dem Zertifikat in „Silber“ der DGNB ausgezeichnet. Das Projekt konnte überzeugen durch Dachbegrünung, Regenwassernutzung für alle sanitären Anlagen, hohen thermischen Komfort sowie emissionsfreie Baustoffe. Es verfügt über eine hervorragende Energieeffizienz und optimierte Lebenszykluskosten.

Veröffentlicht am: 18.10.2012
von in Flughafen BER, Umwelt und Umland
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Jochen Heimberg

Jochen Heimberg

Jochen Heimberg leitet die Stabsstelle Umwelt der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Leitsatz seiner Arbeit könnte das Kohl’sche Kanzlerwort sein „Es kommt drauf an, was hinten rauskommt“. Wie können wir noch stärker den Kohlendioxidausstoß minimieren, Abfall vermeiden, Fluglärm mindern, den Wasser- und Energieverbrauch senken? Auch der Schutz des Bodens, des Grundwassers und der Oberflächengewässer stehen auf seiner Agenda. Im Blog berichtet er auch über die Anstrengungen des Flughafens bei der Überwachung der Luftgüte. Und als studierter Landschaftsplaner ist sein Team auch für die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verantwortlich, mit denen die Flughafengesellschaft ein grünes Band rund um den BER entwickelt.
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Kommentare (1)

  1. B. Barthel schrieb am 24. Oktober 2012:

    Mit Verlaub, aber diese wert- und identitätslose Architektur hat doch mit „nachhaltigem Bauen“ nichts zu tun.

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