Stellen wir uns einmal folgende Situation vor: Eine Gruppe Jugendlicher aus Afrika, Asien, Europa  und Südamerika verbringt knappe drei Wochen ihrer Sommerferien in einem kleinen verregneten brandenburgischen Dorf, um dort Unkraut zu jäten, Hecken anzulegen und Brücken zu bauen. Gibt’s nicht? Gibt’s doch!

 

Davon konnte ich mich am vorigen Donnerstag beim Besuch des 8. Internationalen Workcamps in der Zülowniederung überzeugen. Die Teilnehmer und Organisatoren hatten nach Groß Machnow eingeladen, um dort nach knapp drei Wochen gemeinsamer Anstrengungen auf einem Rundgang durch den Gutspark die Ergebnisse ihrer Arbeit zu präsentieren.

 

Und die konnten sich sehen lassen: Denn trotz des bescheidenen Wetters der vergangenen Wochen, in denen es in beeindruckender Regelmäßigkeit regnete, ist es 17 jungen Menschen aus zehn verschiedenen Ländern (Algerien, Armenien, Deutschland, Italien, Mexiko, Slowakei, Spanien, Südkorea,  Türkei, Ukraine) gelungen, in knapp drei Wochen dem Park ein neues Gesicht zu geben. So fielen mir beim Rundgang zuerst die neuen Beschilderungen alter Baumriesen auf. Bis dahin einigermaßen ahnungslos, konnte ich nun fortan Baum von Borke unterscheiden und Spitzahorn zweifelsfrei identifizieren. Schnell knipste ich ein paar Fotos für das gedanklich schon neu angelegte Lehrbuch zur Baumbestimmung und entdeckte zwischen Blättern, Ästen und Wespennestern einige Vogelkästen. Akkurat gefertigt und wagemutig in großer Höhe montiert waren diese u.a. an einer Ahornblättrigen Platane (der Beschilderung sei Dank) zu finden. Einige Meter weiter präsentierten die Mädels und Jungs neu angelegte Schichtholzhecken, die gleichsam als Schutz und Lebensraum für Kleintiere dienen sollen. Besonders stolz waren die Jugendlichen aber auf den herrlichen Spazierweg am Rande des Parks. Hier hatten sie eine rund sieben Meter lange Holzbrücke über den Gutsparkgraben gebaut und den ehemaligen Wirtschaftsweg des Parks von allerlei Astwerk und Gestrüpp befreit, gemeinsam und in internationaler Kleinarbeit.

 

Überhaupt stand das Zülowcamp in diesem Jahr einmal mehr im Zeichen der internationalen Zusammenarbeit. Die sieben Mädels und neun Jungs hatten knapp drei Wochen zusammen in Groß Machnow gewohnt, gemeinsam ihren Alltag organisiert und viel Zeit miteinander verbracht. Mit ihrem Engagement, Interesse und Fleiß richteten sie also nicht nur den örtlichen Gutspark wieder her, sondern machten das Zülowcamp auch zu einem Ort der internationalen Verständigung und der Toleranz im Umgang mit anderen Kulturen und der Natur.

 

Von Oliver Kossler 

Veröffentlicht am: 03.08.2012
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Oliver Kossler

Oliver Kossler

Oliver Kossler arbeitet seit 2012 als Volontär in der Pressestelle des Flughafens Berlin Brandenburg. Nach sechs Jahren im sächsischen Exil kam er quasi direkt aus der Universität an den Schreibtisch der Pressestelle und auf diesem Wege so ganz nebenbei zurück in seine Heimatstadt Berlin. Im Blog wird er über all das schreiben, was ihn interessiert und dabei über den Flughafen und das Drumherum berichten.
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