von Leif Erichsen
Der ursprüngliche BER-Eröffnungstermin ist Makulatur, am 3. Juni sind TXL und SXF in eine Verlängerung bis zum 16. März 2013 gestartet. Der geplante Verkehr wird nun noch weiterhin an den alten Flughäfen abgewickelt.
Am Flughafen Schönefeld ändert sich die Zahl der Flugbewegungen in den kommenden Monaten (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) kaum. Kurzum: den Verkehr kriegen wir ganz ordentlich gewuppt.
Schwieriger ist es da schon in TXL. „Es ist eng, aber es läuft“, war mein Resümee für den gestrigen Montag. Es war der erste Tag unter einigermaßen Vollast mit rund 550 Flugbewegungen (Start- und Landungen), 20 Flugbewegungen mehr als an einem vergleichbaren Montag im Mai. Die Prozesse haben geklappt, es gab keine nennenswerten Verspätungen oder betriebsbedingte Flugstreichungen. Gut soweit, doch kein Grund zur Entwarnung. Vor uns liegen herausfordernde Wochen – viel Verkehr in einer dafür nicht geschaffenen Infrastruktur.

Es beginnt schon bei der Anreise nach TXL: Die Zufahrt ist für rund 7 Mio. Passagier (pro Jahr) geplant, eine U-Bahnanbindung wurde nie realisiert. Bereits im vergangenen Jahr hatten wir mehr als 17 Millionen Passagiere. Und gerade in den Verkehrsspitzen (Freitagabends, Sonntagabends und Montagmorgens) ist bei der An- bzw. Abreise von und nach TXL Geduld gefragt.
Und der Flughafen selbst arbeitet bekanntlich seit Jahren an der Kapazitätsgrenze. Nun wird es in den kommenden Wochen und Monaten noch enger. „Der Betrieb ist auf Kante genäht“ – was bedeutet das eigentlich? Eine Verkehrsspitze zeichnet sich durch drei Parameter aus:
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Seit dem 3. Juni haben wir sechs zusätzliche Flugzeuge (v.a. Lufthansa-Maschinen), die in Berlin stationiert sind. Nun sind es rund 45 Flugzeuge. Das heißt, diese Flugzeuge übernachten in TXL und starten von hier aus zu ihren Zielen – oftmals mehrmals am Tag. Das Problem dabei: In TXL haben wir nur sehr begrenzte Platzverhältnisse. Fortan müssen wir sehr flexibel die Flugzeuge parken, umrangieren, an die jeweiligen Gates manövrieren – das ist mit einem großen Mehraufwand verbunden.
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Seit dem 3. Juni haben wir täglich bis zu zwanzig zusätzliche Starts und Landungen. Über die Woche hinweg sind es insgesamt 80 zusätzliche Flugbewegungen. Vereinzelt können hier und da noch ein paar Starts und Landungen hinzukommen – z.B. durch Charterreisen in den Ferienzeiten. Diese Flüge werden aber vor allem in den verkehrsärmeren Zeiten (den sogenannten „Wellen-Tälern“) koordiniert. In den Spitzenzeiten können schlichtweg keine zusätzlichen Flüge mehr stattfinden, stattdessen verlängern sich die Spitzenzeiten – der Flughafen TXL läuft beispielsweise nicht mehr 3x am Tag eine Stunde unter Volllast (Verkehrsspitze), sondern eineinhalb Stunden. Da braucht es nur eine kleine Unregelmäßigkeit (z.B. hakende Gepäckbänder, Verspätungen der ankommenden Flüge oder ein kräftiges Gewitter) und die Tagesplanung ist über den Haufen geworfen.
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Nicht zuletzt spielt natürlich auch noch die Auslastung der Flugzeuge und damit die eigentliche Zahl der Passagiere eine wichtige Rolle: Wann haben wir also die meisten Passagiere pro Flugzeug bzw. wann starten bei uns durchschnittlich größere Flugzeuge mit mehr Passagieren an Bord? Die Antwort ist einfach: Zum Einen passiert das vor allem zu Ferienbeginn. Zum Anderen ist der September traditionell der verkehrsstärkste Monat, z.B. weil Politiker und Geschäftsreisende aus der Sommerpause zurückkehren.
Mit den Punkten 1 und 2 kämpfen wir bereits seit dem 3. Juni. Mit Punkt 3 kommen die wahren Herausforderungen noch auf uns zu: Der Sommerferienreiseverkehr wird die erste Nagelprobe.
Und da ist noch eine Unbekannte: Hoffentlich wird der Winter nicht so streng, denn die Enteisungskapazitäten sind beschränkt. Und wenn der eng getaktete Flugplan gleich morgens aus dem Tritt gerät, dann werden wir uns den ganzen Tag sehr schwer tun, die Rückstände aufzuholen. Verkehrsärmere Zeiten im Tagesverlauf bleiben auch im Winterflugplan die Ausnahme.
Abschließend deshalb noch einmal ausdrücklich unser Anliegen: Bitte haben Sie Verständnis für die aktuelle Situation – vor allem in TXL – und bitte planen Sie mehr Zeit sowohl für die Anreise zum Flughafen als auch für die Passagierprozesse (wie Check-in, Sicherheitskontrolle und Boarding) am Flughafen selbst ein. Vielen Dank!
Wir haben es uns anders gewünscht, die aktuelle Situation ist für alle unbefriedigend. Wir – jeder einzelne Mitarbeiter der Fluggesellschaften, Bodenverkehrsdienstleister, Flugsicherung Behörden und Flughafengesellschaft – geben unser Bestes. Wir haben die Ärmel hochgekrempelt, Probleme werden sich aber nicht ganz vermeiden lassen.











hallo, meine meinung ist, statt einen neuen und dann noch zu kleinen flughafen zubauen, hätte man lieber den airport tegel modernisieren und erweitern sollen. möglichkeiten gibt es trotz stadt nah immer.
z.b gegenüber dem terminal, am alten tegeler flughafen(militärbereich) hätte mein ein zweites terminal bauen können.zwei lande/startbahnen reichen aus, der neue hat ja auch nicht mehr.
also ich finde den flughafen tegel einfach nur klasse und sehr schön übersichtlich.
p.meyer
was ist an tegel klasse? der flughafen ist marode und zu klein seit jahren und entspricht nicht mehr den heutigen standards… und wann begreift es auch der letzte: zwei startbahnen, die nicht unabhängig wie am ber betrieben werden können, nützen gar nichts!!! und umsteigeverkehr, der in berlin immer mehr zunimmt, ist in tegel auch nicht möglich…
Da hat mein Vorredner zweifelsohne Recht. Denn Tegel hat im Prinzip nur eine Landebahn mit zwei Zufahrten/Abfahrten. Denn die beiden Landebahnen können nicht unabhängig voneinander genutzt werden, weshalb ein Kapazitätsausbau da ganz schnell an Problem stößt. Genau das brauchst du aber, zwei Landebahnen, die auch unter Cat III b-Bedingungen unabhängig voneinander genutzt werden können.
Und was würde ein neues Terminal auf der anderen Seite bringen? Der Platz insgesamt ist in Tegel viel zu klein, Stellflächen für Flieger sind jetzt schon Mangelware. Bin zuletzt abends verspätet aus München um 23:45 Uhr erst gelandet, da haben wir fast auf der Landebahn geparkt, weil alles voll war. Und wie sollen die Leute dort zum “Neubau” hin? Noch mehr Busse, Taxen & Co.? Es ist aktuell schon grausam nach Tegel zu fahren, du hast quasi keinerlei Infrastruktur.
Es führt kein Weg an einem Airport außerhalb der Stadt vorbei. Ob Schönefeld die beste Wahl war, will ich gar nicht sagen. Aber du brauchst halt ausreichenden Platz für dies Jahr 25+ Mio. Fluggäste und dazu passendes Fluggerät, das wiederum Wartungsbereiche nach sich zieht, usw. usw., die in den kommenden Jahren noch deutlich mehr werden. Und das bietet Tegel niemals, auch nicht mit hypotetischem Ausbau.
Auch ich kann Herrn Peter Meyer nur recht geben.
Es ist zwar jetzt müßig drüber zu reden, da der neue BER so gut wie fertig ist.
Dennoch hätte auch ich mir gewünscht, daß man hätte Tegel ausgebaut. Die Flächen sind vorhanden,
sicherlich hätten die die GRÜNEN mal wieder was dagegen da viele Bäume gefällt werden müßten.
Was mich immer wieder fast zur Weißglut bringt ist, daß Herr Leif Erichsen die Park Möglichkeiten ins schlechte Licht rückt.
Immer und immer wieder, habe ich in einigen Foren und auch Tageszeitungen geschrieben, daß man für die “Übernachten” der Maschinen den Militärischen Teil nutzen sollte. Da gibt es Flächen ohne Ende.
Solange man die Luftwaffe ( Flugbereitschaft ) nicht zu sehr auf die Pelle rückt, wird auch eine Frau Merkel nichts dagegen haben wenn dort in der Nacht div. Fluggesellschaften “Unterkunft” gefunden haben.
Lisa
Ähmem, Die andere Seite von der Zufahrt war von Anfang an gedacht für ein 2. Sechseck, das aus politischen Gründen nicht gebaut wurde, man wollte in den 1990ern die Anwohner nicht verschrecken, da doch bald der neue Großflughafen kommen würde. Da hat mal dann lieber im Westen die Billighalle gebaut. Man könnte nach Eröffnung von BER ganz einfach das Terminal-C anbreissen und das 2. Sechseck bauen, mit Bahnanschluss darunter. Der Streckenverlauf vom HBF würde prima passen.
Die beiden Bahnen in TXL werden fast zeitgleich für starten und landen benützt. 1 Flieger geht auf der Südbahn in Startposition, 2. Flieger landet auf der Nordbahn und unmittelbar nach dem Aufsetzten des 2. startet der 1. Flieger von der Südbahn. Die beiden Bahnen lassen sich quasi pseudo-unabhängig betreiben.
Welche Weltmetropole hat bitte schön nur 1 Flughafen? Andere Metropolen sind neidisch auf Berlin, dass Berlin so einen zerntralen Flughafen wie TXL hat, dort wird zum Teil gesucht nach Innenstadt nahen Lagen für City-Airports. Berlin hatte 2!!!! City-Airports und macht beide zu!
Wieder mal eine verbockte poltische Dummheit die wohl leider wieder nicht revidiert wird!
Dem Kommentar von Hartmut L. kann ich mich nur anschließen. Das 2. Sechseck gehört gebaut und der Flughafen zumindest für Kurz-und Mittelstrecken weiter betrieben. Den modernisierten SBZ-Parteiflughafen kann man ja gern als Langstreckenbasis, für Fracht und Billigflieger hernehmen. In der Summe ist sicher in den nächsten Jahren genug Masse für den Betrieb zweier Flughäfen vorhanden. Ansonsten: adieu Weltstadt und auf in die Provinz!
Ich möchte gar nicht zu rechnen anfangen, was man aus TXL, THF und SXF für die nun anstehenden 4Mrd. EUR hätte machen können – ggf. zusätzlichen Lärmschutz für die eigentlich noch 707, 727 etc. gewohnten Anwohner inklusive, wenn es denn hätte sein müssen.
Es bleibt zu hoffen, dass das Debakel am Stadtrand sich lange genug hinzieht, damit Tegel noch ein langes Leben vergönnt bleibt.
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Kann mich ebenfalls Hartmut und Claus anschließen, ihr habt alles gesagt was in dieser Position wichtig ist. Hab nichts zu ergänzen, finde es ganz genauso und hoffe auch, dass die BER Eröffnung, zu gunsten von Tegel und allen Einwohnern die Tegel bevorzugen, sich weiterhin verschiebt und Tegel ein (wie von Claus schon genannt) langes Leben vergönnt bleibt.
TXL muß bleiben. Destinationen wie DTM oder GWT lohnen ab SXF nicht mehr. Als Tegeler bin ich oft nach DTM geflogen und als THF-Fan natürlich mit Eurowings ab Tempelhof. Die 12 km Anfahrt kostete mich zur Rushhour soviel Zeit wie der ganze DTM-Flug.
Herzlich: Manfred Neumann
Klar, wenn ich aus den Norden komme, bleibe ich bei den Flügen nach DTM oder GWT (ab BER) in der Rush-Hour hängen, aber was machen die aus den Süden, wenn die Flieger in TXL starten – den geht`s genauso. Ist nur eine Frage aus der Sicht des Betrachters.
Herzlichst Uschi
Jetzt müssen wir warscheinlich noch 2 weitere Jahre von Cottbus nach Telgel fahren, schade
Schau her, was Tegel alles noch so bewältigen kann.
Vor zwei Tagen ist eine Privat Maschine in Schönefeld von der Rollbahn abgekommen.
Mehr als 20 Füge wurden nach Tegel umgeleitet !!!
Man stelle sich vor, Tegel gäbe es schon nicht mehr, dann hätten alle 20 Flüge nach Leipzig, Rostock oder Dresden umgeleitet werden müssen. Was für ein Horror für alle Passagiere !
Tegel muß auch nach dem BBI bleiben, dort können kleine Maschinen, die Post und auch die Luftwaffe verbleiben.
Es kann immer wieder ein Problem geben und dann ist man dankbar, das es Tegel noch gibt.
D.K.
Als Betroffener bin ich für ein Nachtflugverbot, aber auch dafür, dass der Flughafen Berlin-Tegel schnellstmöglich geschlossen wird.
Wir wohnen in der direkten Lande- und Startschneise, die Flugzeuge fliegen über unser Haus in einer Höhe von 150-300m …
Samstag, d. 13.04 15.30 Uhr Fluglärmdemo in Tegel
Am Flughafen Tegel findet zwischen 15.30 Uhr und 18.00 Uhr eine Fluglärmdemo im/am Terminal A für ein striktes Nachflugverbot statt.
Motto: Empört euch! Solidarität mit allen Fluglärmopfern!