Heute folgt der dritte und letzte Teil meiner Blog-Serie „Familienurlaub mal anders – mit Kindern nach China und Vietnam“. Der dritte Teil führt direkt in den Süden Vietnams, in dem das tropische Saigon, das Mekong-Delta und die herrlichsten Strände Indochinas beheimatet sind. Rund 1.700 Kilometer liegen zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, wie Saigon in der offiziellen Amtssprache genannt wird. Wer Zeit hat, nimmt den Zug und steigt auf der 33-stündigen Fahrt immer wieder aus und besichtigt die Orte entlang der Zentralküste (Hue, Hoi An, Nha Trang). Wer wenig Zeit hat, der fliegt und ist in zwei Stunden in Saigon.
Um Saigon etwas näher zu beschreiben, fällt mir das Wort Großstadtdschungel ein. Mehr als sieben Millionen Menschen leben im Großraum Saigon. Mehr als fünf Millionen Mopeds düsen durch die Straßen. Dazu kommt eine wachsende Anzahl von Autos, Bussen und Taxis. Die Stadt ist dicht bebaut. Weniger in die Höhe, dafür unendlich in die Breite. Zu Fuß kommt man nicht weit. Der Stadtkern ist relativ klein und die von französischen und amerikanischen Einflüssen geprägten Sehenswürdigkeiten sind schnell erkundet. Aber was macht man hier mit zwei kleinen Kindern? Hanoi war keine kinderfreundliche Stadt, Saigon ist es erst recht nicht. Immerhin haben wir einen (!) Spielplatz gefunden. Doch der war hoffnungslos überfüllt, so dass wir nach fünf Minuten kapituliert haben.
Also sind wir in den Zoo gegangen. Die gleiche Idee hatten am Neujahrstag gefühlte hunderttausend Vietnamesen. Und so waren nicht die Tiere, sondern wir mit unseren blonden Kindern die Attraktion. Wir hatten damit zu tun, die Mädchen in dem Ansturm nicht aus dem Auge zu verlieren. Der Zoo hat mich nicht nur wegen der vielen Menschen, sondern auch wegen der trostlosen Käfige für die Tiere geschockt, die übrigens keinen glücklichen Eindruck machten.
Doch Saigon war nicht für die Ewigkeit, das Paradies auf Erden – zumindest für unsere Kinder – wartete in Mui Ne. Ein kleiner Küstenort 200 Kilometer nördlich von Saigon. Ein Katzensprung könnte man sagen, doch unter viereinhalb Stunden Autofahrt schafft man die Strecke mit dem Auto kaum. Mui Ne ist eine kleine Oase –sieht man mal davon ab, dass wie an einer Perlenkette aufgefädelt ein Ressort neben dem anderen steht. Keine Bettenburgen und keine lauten Nachtclubs, nur hohe Wellen, die das Badevergnügen etwas trüben könnten. Dafür feiner weißer Sandstrand und Kokospalmen soweit das Auge reicht. Schöner kann man seinen Urlaub wohl kaum ausklingen lassen.
Wer mich heute fragt, ob eine Reise mit kleinen Kindern in ferne Länder wie China und Vietnam möglich ist, dem antworte ich schlicht und einfach ja! Kinder können sich viel schneller an ein neues Umfeld anpassen. Sie haben weder Erwartungen noch Vorurteile. Der Schlüssel für eine gelungene Reise liegt in der eigenen Gelassenheit. Es kommt immer alles anders als man erwartet. Bleibt man entspannt und flexibel, fügen sich die Dinge wie von selbst. Die Asiaten sind generell sehr gast- und vor allem kinderfreundlich. Wir wurden ganz oft angesprochen und waren überall willkommen. Das Essen ist sehr preiswert und bekömmlich. Dinge des täglichen Bedarfs sind in den großen Städten in Supermärkten problemlos zu bekommen.
Nach drei Wochen, acht Flugetappen, rund 150 Taxifahrten und vier Ortswechseln waren wir wieder in Berlin gelandet: aus über 30 Grad Hitze im nasskalten Deutschland. Die erste Fernreise hat uns auf den Geschmack gebracht. Das nächste Abenteuer kommt bestimmt.











Frau Knauth,
Ich fasse mal zusammen:
- drei Wochen, acht Flugetappen, rund 150 Taxifahrten und vier Ortswechsel
- Hongkong ok; vier Tage turbulenter Stadtdschungel
- Hanoi war keine kinderfreundliche Stadt, Saigon erst recht nicht
- hohe Wellen, die das Badevergnügen etwas trüben
… “Kinder können sich viel schneller an ein neues Umfeld anpassen … “.
Ich muss darüber nachdenken, ob das meinen Vorstellungen von
kindgerechtem Urlaub entspricht.
Kindgerechter Urlaub sieht sicher anders aus, da gebe ich Ihnen recht. Daher auch die Überschrift meines Beitrags “Familienurlaub mal anders”. Die Reise war ein Abenteuer für Groß und Klein und hat uns allen – trotz der Umstände – jede Menge Spaß gemacht.