Wie laufen denn die ersten Wochen des Basisprobebetriebs?
Zurzeit sehr gut. Den ersten Tag hatten wir ja schon am 24. November vorigen Jahres. Das war der Tag, der uns zeigen sollte, ob wir die Baustelle zum Leben erwecken können oder nicht.

 

Und?
Ja, konnten wir. Mit vereinten Kräften hat das gut geklappt. Seitdem haben wir jeden Probebetriebstag erfolgreich durchziehen können.

 

Wie sieht für Sie ein gelungener Probebetriebstag aus?
Es beginnt damit, dass zunächst einmal morgens alle pünktlich und sicher zum Briefing erscheinen. Dann, dass um viertel nach zehn alle ihre Plätze einnehmen können. Na, und so geht das dann den ganzen Tag weiter. Das Ziel ist, dass wir einen Tag so durchspielen konnten, wie wir uns das vorher vorgenommen hatten.

 

Was nehmen Sie sich denn genau vor?
Für jeden Tag gibt es einen so genannten Tagesflugplan. Wir haben täglich zwischen acht und elf Flüge, die wir in zwei Wellen simulieren. Ein solcher Probeflug wird ganz normal in den einzelnen Abflugprozessen des Flughafens durchgespielt. Der erste Punkt ist, dass die Kollegen von der Flugplanung den Flug in die Systeme eingeben. Dann kommen die Damen und Herren vom Check-in und setzen sich an ihre Counter. Und dann geht der Check-in los, so wie das jeder Fluggast von seiner Reise kennt.

 

Im Basisprobebetrieb ging es darum, dass die Mitarbeiter ihren neuen Arbeitsplatz kennenlernen. Gibt es denn auch schon Passagiere?
Ja, die gibt es seit kurzem auch. Im Moment arbeiten wir täglich noch mit 100 bis 120 Komparsen. Die sind wie Passagiere mit Koffer und Ticket ausgestattet. Je weiter der Probebetrieb voranschreitet, desto mehr Komparsen sind an den einzelnen Tagen auch vor Ort. Und – desto komplexer werden die Abläufe, die getestet werden.

 

Läuft denn alles reibungslos?
Einerseits ja, denn die Simulationsumgebung, die wir geschaffen haben, übertrifft unsere sowieso schon hohen Erwartungen, die wir vorher hatten. Mitarbeiter und Passagiere fühlen sich so, als wenn sie schon in einem echten Flughafen sitzen. Anderseits nehmen wir, und dafür ist ein Probebetrieb ja vorgesehen, auch gezielte Störungen vor.

 

Zum Beispiel?
Zum Beispiel sorgen wir dafür, dass irgendwelche Dinge im Abflugprozess nicht rund laufen. Dann ist mal ein Passagier auf einen falschen Flug gebucht oder steht am falschen Gate. Solche Sachen. Jede erdenkliche Situation, die später passieren kann, wird durchgespielt.

 

Das heißt wenn jemand seinen Flug verpasst, wird es am Counter auch schon mal richtig laut?
Alle, die wir erleben, nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und sind hoch motiviert. Natürlich befinden wir uns in einer gespielten Umgebung. In der Realität würden die Passagiere in manchen Situationen sicher etwas emotionaler reagieren. Aber der Effekt ist da.

 

Veröffentlicht am: 06.02.2012
von in Flughafen BER
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gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.
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