Eine Reise mit kleinen Kindern nach China und Vietnam? Das kommt sicher nicht jedem in den Sinn. Es ist doch viel einfacher und naheliegender, den Urlaub auf Mallorca oder Griechenland zu verbringen. Es gibt gute Gründe, die gegen eine Fernreise ans andere Ende der Welt sprechen: der lange Flug, die Zeitumstellung, Jetlag, mangelnde Hygiene, chaotischer Verkehr, andere Essgewohnheiten, tropische Hitze – können Kinder das überhaupt verkraften?

 

Ich wusste es selbst nicht. Zweifel hatte ich einige. Meine Mutter riet mir entschieden davon ab. Das Alter meiner Kinder (zwei und vier) sprach dagegen. Doch das alles ließ mich unberührt. Das Fernweh und die Abenteuerlust siegten und so machten wir uns für drei Wochen auf den Weg nach Hongkong, Hanoi, Saigon und an die südliche Zentralküste Vietnams –  mitten in der Weihnachtszeit. Wir reisten in zwei Länder, in denen, die Sonnen sechs Stunden früher als in Berlin aufgeht, die Nudelsuppe mit Stäbchen gegessen und mit Weihrauchstäbchen Götter und Ahnen angebetet werden.

 

Die erste vermeintliche Hürde war der lange Flug von Berlin über München nach Hongkong. Wenn man eine Gesamtreisezeit von 15 Stunden mit kleinen Kindern vor der Brust hat, gibt es nur eine Lösung: nachts zu fliegen. Kinder ab zwei Jahren haben ihren eigenen Sitz. Kleineren Kindern stellen die meisten Airlines Babybettchen zur Verfügung. Das sollte unbedingt rechtzeitig vorab reserviert werden. Kinder bekommen auch ein spezielles Kindermenü und eine Überraschung an Bord. Das Unterhaltungsprogramm bietet Hörbücher und Filme für die kleinen Gäste – und so verging der Flug tatsächlich wie im Flug.

 

Hongkong ist eine Stadt, die sofort fasziniert. Auf engsten Raum drängen sich Menschen und Autos durch die Hochhausschluchten. Mittendrin unzählige Garküchen, Geschäfte, Mahjongg-Salons, Obst- und Gemüsemärkte. Es dampft und hämmert an jeder Ecke. Geschäftstüchtigkeit wird in der ehemaligen britischen Kronkolonie groß geschrieben. Diese Stadt hat ein Tempo, an das man sich erstmal gewöhnen muss. Auf den ersten Blick kein geeigneter Ort für Kinder. Auf den zweiten Blick: ein Paradies.

 

Hongkong verfügt über herrliche Stadtparks inklusive sauberen und gepflegten Spielplätzen (Hong Kong Park und Kowloon Park), wunderschöne Sandstrände (Repulse Bay und Stanley), zauberhafte Märkte (Fische, Vögel und Blumen in Mong Kok) und zahlreiche spannende Ausflugsziele fernab des Rummels. So kann man mit der Seilbahn zum großen Freiluftbuddha auf der Insel Lantau fahren oder den Tempel mit den 10.000 Buddhas in Sha Tin besuchen.  An jeder Ecke gibt es etwas zu essen. Der hygienische Standard ist 1A, die Infrastruktur inklusive dem Nahverkehrsnetz sehr gut ausgebaut. Was man jedoch unbedingt vermeiden sollte: In der Rushhour mit der U-Bahn zu fahren. Die ist hoffnungslos mit Menschenmassen überfüllt.

 

Wie unsere Reise nach Vietnam weiter ging, lesen Sie in meinem nächsten Blog-Eintrag. 

 

 

 

Veröffentlicht am: 02.02.2012
von in Ganz nah, ganz fern
Schlagwörter: , , , , , , , | 4 Kommentare zu Familienurlaub mal anders: Mit Kindern nach China und Vietnam
Katrin Knauth

Katrin Knauth

Katrin Knauth betreut seit 2007 als freie Redakteurin verschiedene Flughafen-Publikationen. Für den Blog schreibt sie über neue Ziele, Reisen mit Kindern und Berliner Kulturthemen. Sie liebt das Schreiben ebenso wie das Reisen. Ihr Lieblingsreiseziel: Südostasien.
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Kommentare (4)

  1. Peter schrieb am 3. Februar 2012:

    Toller Artikel! Mehr davon!
    Hongkong ist eine Stadt, die sofort fasziniert. – Stimmt genau.
    Ich bin auf den nächsten Beitrag gespannt. Übrigens fehlt vielleicht noch der Hinweis, wie kinderfreundlich Asien ist. Insbesondere ein Kleinkind mit blonden Haaren muss doch Begeisterungsstürme ausgelöst haben.

  2. christoph schrieb am 11. März 2012:

    Ob das zweijährige Kind auch Begeisterungsstürme von dieser Tortourreise und den Strapazen gemacht hat wage ich zu bezweifeln! Kinder in diesem Alter erkennen auch nicht die Wertigkeit dieser Reise und es kann mir keiner sagen, dass es ein Vergnügen für diese ist! Es ist einfach nur asozial solch junge Kinder auf so eine Fernreise mitzunehmen!

  3. Katrin KnauthKatrin Knauth schrieb am 19. März 2012:

    Hallo Christoph, sicher hatte die Kleine von uns am wenigsten von den Reiseerlebnissen. Jedoch war es zu keinem Zeitpunkt eine Tortur. Die Kinder haben sich immer wohl an unserer Seite gefühlt. Es gibt für alles ein Für und Wider, aber wir würden die Reise genauso wieder machen. Nur muss das jeder für sich entscheiden.

  4. Anita Mey schrieb am 26. September 2012:

    Ich suche schon lange nach einem Bericht wie diesem: einem, der den Gedanken, mit kleinen Kindern nach Fernost zu reisen, nicht sofort wieder zunichte macht. Ich würde auch gerne Hongkong entdecken, würde aber am liebsten eine lange Tour mit meheren Aufenthalten in vielen Städten machen. Peking reizt mich auch, nur der Verkehr bereitet mir schon im Vorfeld ein paar Sorgen. Dazu habe ich übrigens auch einen Bericht gefunden (http://blog.billiger-mietwagen.de/wissenswertes/chaotischer-verkehr.html). Ich stärke meine Nerven besser im Vorfeld ein bisschen, bevor ich dort in ein Auto steige 😉

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