- Nun ist es also amtlich: Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) hat die Flugrouten für den neuen Flughafen Berlin Brandenburg festgelegt und öffentlich vorgestellt. Überraschungen gab es nicht. Zu intensiv wurden in den zurückliegenden Monaten die verschiedensten Routenvarianten diskutiert. Zu klar zeichnete sich zuletzt ab, wie die lärmärmsten Routen wohl aussehen werden.
- Das Ergebnis in Kürze: Von der Nordbahn wird geradeaus gestartet. Um das brandenburgische Erkner zu entlasten wird bei Ostabflügen ein Teil der Flüge über den Müggelsee geführt. Von der Südbahn wird in beide Richtungen nach Süden abgeknickt. Das bringt eine Entlastung für Blankenfelde. Auch Überflüge über Zeuthen können so weitgehend vermieden werden.
- Auf dem Weg zur Eröffnung des neuen Flughafens am 3. Juni 2012 ist diese Entscheidung ein wichtiger Schritt. Nun herrscht endlich Klarheit, auf welchen Strecken die Flugzeuge vom und zum BER fliegen. Dass nicht alle mit der heutigen Entscheidung glücklich sind, ist nachvollziehbar. Flugverkehr steht nicht nur für Mobilität und kontinenteüberschreitenden Handel, für Arbeitsplätze und die Ansiedlung moderner Industrien, sondern auch für Fluglärm. Daher folgende Anmerkungen:
- In die heutige Entscheidung des BAF ist die Kärrnerarbeit der Fluglärmkommission ebenso eingeflossen wie das Engagement vieler Bürgerinitiativen, die bis zuletzt um Verbesserungen und Lärmentlastungen der Bürger gerungen haben. Die taz beschreibt in ihrer heutigen Ausgabe den Weg des Erfolgs: “Die Köpfe dieses erfolgreichen Aufstands stehen für eine neue Demo-Generation: Sie sind unideologisch, effizient, medienaffin – und damit erfolgreich.” Nicht durchsetzen konnten sich nach Analyse der taz hingegen diejenigen, die bis zuletzt Verschwörungstheorien nachhingen und versuchten, den Flughafen in toto zu verhindern. Eine Einschätzung die Luftverkehrsexperten wie Elmar Giemulla oder Hartmut Fricke übrigens einhellig teilen. Also: Man kann das wichtigste Zukunftsprojekt unserer Region nicht verhindern. Mit konstruktiver und beharrlicher Kritik aber Belastungen deutlich minimieren.
- Flughäfen sind in der Bundesrepublik infrastrukturelle Selbstverständlichkeiten, so wie Straßen und Schienen auch. In der globalisierten Welt unserer Tage sind Flughäfen mehr denn je Garanten für Mobilität, Handel und internationale Vernetzung. Dem muss der Gesetzgeber künftig stärker Rechnung tragen: Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt und bürgerfreundlicher werden (Wer erinnert sich schon noch an die öffentlichen Anhörungen zm Flughafen in den Jahren 2000 und 2001?). Und: Die Planungen für Flughäfen und Flugrouten müssen künftig besser miteinander verzahnt werden. Dass dies beim Flughafen Berlin Brandenburg nicht gelang, ist und bleibt für alle Beteiligten unbefriedigend.
- Flugrouten sind nicht in Stein gemeißelt, anders als Straßen und Schienen. Sie können jederzeit geändert werden, etwa weil in einem Nachbarland ein Flugkorridor geändert wird, weil sich ein militärischer Flugkorridor ändert, weil es verbesserte Anflugverfahren gibt oder oder oder. Das heißt, dass die Fluglärmkommission auch künftig eine wichtige Rolle spielen wird. Der reale Flughafenbetrieb und die damit einhergehenden Fluglärmmessungen werden uns in die Lage versetzen, die eine oder andere Verbesserung noch zu erreichen. So werden wir zum Beispiel wie vereinbart die Studie zur Realisierbarkeit des sogenannten Münchner Modells für die Ostabflüge vorantreiben.
- Bei der Bekanntgabe der Flugrouten hat der Direktor des BAF heute gesagt: “Wo ein Flughafen ist, ist auch Fluglärm.” Das ist so. Das wird auch in Zukunft so sein. Dennoch, die vereinzelt zu hörende Fundamentalkritik am Flughafen kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Ich bin heute am Telefon dafür beschimpft worden, dass ich sage, was jeder sehen kann: Der neue Flughafen Berlin Brandenburg schafft nicht nur Tausende neuer Arbeitsplätze, er trägt auch zu einer massiven Fluglärmentlastung der Region bei. Schließlich schließen wir nach Tempelhof 2008 in wenigen Monaten mit Tegel auch den zweiten innerstädtischen Flughafen und verlagern den Flugverkehr vom Stadtzentrum an den Rand der Millionenstadt Berlin. Im Jahr 2004 waren bei einem Fluggastaufkommen von 15 Millionen Passagieren tagsüber 225.800 Menschen in unserer Region von einem Dauerschallpegel von 55 dB(A) betroffen. Im Jahr 2023 werden es bei doppelt so vielen Passagieren lediglich 59.600 sein (nachzulesen im Landesentwicklungsplan Flughafenstandortentwicklung, 2006).
- Den Schlussgedanken will ich Ralph Kotsch überlassen. Er schreibt heute in der Berliner Zeitung: “Die Berliner und Brandenburger, so viel ist sicher, werden ihren neuen Flughafen nicht nur nutzen, sondern auch mögen, so wie sie vieles in ihr Herz schließen, was neu entsteht und zuvor mit Skepsis betrachtet wurde. (…) Die Mehrheit wird sich freuen, und eine Minderheit muss mit den negativen Folgen des Flughafens zurechtkommen. Das ist schlecht und ungerecht. Aber anders geht es nicht.” Dem habe ich für heute nichts mehr hinzuzufügen.











Warum interessiert uns eigentlich der neue Flughafen BER so sehr?
Weil wir im Süden, am Sterndamm wohnen, direkt in der Nähe des ersten Flugplatzes von Berlin (1909-1995) und der heutigen Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt (WISTA), wo wir auch arbeiteten.
Ein Flughafen ist das “Tor der Welt” für Handel und Verkehr, Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und
Völkerverbindungen, Kultur und Sport aber auch für den Tourismus.
Mein erster Flug war im Jahre 1965 von Berlin über Nikosia nach Kairo.
Während der beruflichen Tätigkeit (Industrie-Anlagen-Export und Wirtschaftsberatung) sowie im
privaten Bereich haben wir unzählige internationale und nationale Flugplätze kennengelernt -
moderne, traditionelle, praktische und weniger komfortable. So erlebten wir auch lebensgefährliche
Situationen, unbequeme, doch auch erfreuliche und amüsante Stunden und Tage im Flugverkehr.
Deshalb war es für uns selbstverständlich, dass wir am 26. Juni 2011 den “Blick ins Terminal BER”
nicht versäumten und im Mai 2012 als Probant zur Verfügung stehen.
Mit großer Spannung erwarten wir deshalb die Flughafeneröffnung; denn für uns bist Du die
“Göttin des Südens”
Du erstrahlst auf dem schönen Feld in schlichter Eleganz, wo Flieger fliegen von BERlin
in alle Städte dieser Welt. Du bist ein Symbol wie Willy Brandt für Berlin und das Brandenburger
land.
Viele Millionen Menschen begrüßen die pünktliche Eröffnung des Berlin Airport BER
Das Kommentar von Hr. Kupsch war eigentlich so zutreffend, dass ich da gar nicht mehr viel schreiben muss. Aber eins ist auf jeden Fall klar: BER wird ein riesen Erfolg und einer großer Vortschritt für die Hauptstadtregion und für Deutschland. Ich freue mich auf den neuen Flughafen, auf meinen ersten Abflug und auf meinen vlt. späteren Arbeitsplatz!