Na also: Kaum herrscht Klarheit, von wann bis wann auf dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg gefolgen werden kann, da kündigt airberlin schon eine neue Langstrecke an. Ab Mai 2012 startet der größte Kunde auf den Flughäfen der Hauptstadt dreimal wöchentlich nach Los Angeles an der Westküste der USA. Gleichzeitig verdichtet airberlin die New-York-Verbindung: Ab Mai 2012 gibt es täglich ein Flugpaar zwischen Berlin und dem Big Apple.

 

Dass airberlin diese Entscheidungen jetzt bekannt gibt, ist kein Zufall. Vergangene Woche ist “die letzte Grundsatzentscheidung” (Handelsblatt) zum Bau des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt gefallen. Seit dem Bundesverwaltungsgerichtsurteil vom 13. Oktober steht endgültig und letztinstanzlich überprüft fest, dass zwischen 5.30 h und 23.30 h auf dem Flughafen geflogen wird. Hinzu kommen Verspätungs- und Verfrühungsregelungen. Die Kernnacht zwischen 0 und 5 h bleibt zum Schutz der Anwohner frei von regulärem Linienverkehr (vgl. zum Urteil meinen Blogbeitrag Weg frei für BER). Das ist vernünftig, das ist ausgewogen und eröffnet unserer Region im internationalen Wettbewerb viele Chancen.

 

Mit dem finalen Urteil haben die Leipziger Richter auch einen Schlussstrich unter ein 15 Jahre währendes Planungs- und Genehmigungsverfahren gezogen. Nun kann der Flughafen tatsächlich zu dem werden, was die konzertierte Berlin-Brandenburger Luftverkehrspolitik der vergangenen anderthalb Jahrzehnte erreichen wollte: Der Flughafen wird das neue Tor zur Welt für die Hauptstadtregion, ein Schwungrad für ganz Ostdeutschland, ein wesentlicher Baustein für mehr Beschäftigung in einer aufgrund jahrzehntelanger Teilung nach wie vor strukturschwachen Region.

 

Dass eine kleine Minderheit in der Region das Urteil nicht akzeptieren will und den Richtern Befangenheit unterstellt – geschenkt. Den meisten Kommentatoren ist die Tragweite der Leipziger Entscheidung sehr wohl bewusst. Eine kleine Tour d’horizon:

 

Die Berliner Morgenpost sieht in dem Urteil “eine gute Entscheidung für Berlin und Brandenburg.” Angesichts der Bedeutung des Flughafens für neue Arbeitsplätze sei klar: “Nicht nur die beiden Landesregierungen, sondern vor allem wir Bürger haben also zu Recht Interesse an einem prosperierenden Airport.”

 

Der Tagesspiegel schreibt: “Die Betreiber des Flughafens und die ihn tragenden Bundesländer Berlin und Brandenburg haben es nun schriftlich, dass mit dem neuen Airport mehr als die Summe der alten Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld entsteht, nämlich die Anbindung der deutschen Hauptstadt an das nationale und internationale Luftverkehrsnetz.” Und weiter: “Ob es in Berlin und Brandenburg wesentliches Wirtschaftswachstum und endlich mehr Beschäftigung geben wird, ob der überfällige Modernisierungsschub einsetzt, hängt ganz wesentlich vom Gelingen des großen Projektes im Süden der Hauptstadt ab. Mit dem Leipziger Urteil sind die letzten Unwägbarkeiten ausgeräumt.”

 

Die Leipziger Volkszeitung kommt zu dem Schluss, die Richter hätten eine Entscheidung “mit Augenmaß” getroffen: “Denn sie berücksichtigt sowohl die Befindlichkeiten der Anwohner als auch die wirtschaftlichen Notwendigkeiten, wie sie der Airport einer internationalen Metropole erfordert. Die wirtschaftsschwache Region Berlin-Brandenburg hat das bitter nötig. Deshalb steht hier das Gemeinwohl vor den Einzelinteressen.”

 

Und die B.Z. freut sich einfach: “Das Urteil kam zur richtigen Zeit. Es wurde genug gerungen und geklagt, der Endspurt bis zur Eröffnung in gut acht Monaten sollte nun ruhig über die Startbahn gehen. Und die Vorfreude steigt. Denn der BER wird Berlins Image als Weltstadt stärken und unsere Wirtschaft voranbringen.”

 

Na dann kann der Flughafen ja kommen. Wir freuen uns auf weitere Streckenankündigungen, viele Passagiere und neue Arbeitsplätze. Wer sich für einen Airport-Job interessiert ist am 01. November in die airportworld, unser Besucherzentrum am Flughafen Schönefeld, eingeladen. Dann veranstalten wir in Kooperation mit der Arbeitsagentur eine weitere Jobmesse mit Arbeitsplätzen am und rund um den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt.

 

Veröffentlicht am: 18.10.2011
von Ralf Kunkel in Berlin, Berliner Flughäfen, Flughafen BER, Medienblick
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Ralf Kunkel

Ralf Kunkel

Ralf Kunkel leitet die Pressestelle des Flughafens Berlin Brandenburg. Er kümmert sich um die strategischen und politischen Kommunikationsthemen, vertritt das Unternehmen nach außen und hat dabei alle Hände voll zu tun. Schon seit Jahren sein wichtigstes Thema: Das Zukunftsprojekt BER trotz aller Schwierigkeiten und Probleme begreifbar und erlebbar zu machen – in der Region, Deutschland und international. Wenn doch mal ein freier Augenblick bleibt, schreibt er für unseren Blog über seine Arbeit als Pressesprecher
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Kommentare (1)

  1. Miri schrieb am 25. Oktober 2011:

    Also mich freut es, dass Air Berlin jetzt solch einen Langstreckenflug anbietet, nach L. A.. Meinetwegen könnte es noch mehr Langstreckenflüge von Berlin in aller Welt geben, schließlich ist das die Hauptstadt und nicht irgendeine Stadt in Deutschland!!! Ich freue mich besonders, weil ich nächstes Jahr eine Rundreise durch Kalifornien machen wollte und dann kann man wenigstens durchfliegen und brauch nicht x-Stunden auf einen anderen Airport verbringen und auf den Weiterflug warten. :-) Freut mich echt riesig.

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