von Ralf Kunkel

Dass wir mit dem neuen Flughafen eine kleine Stadt bauen, in der ab Mitte nächsten Jahres 20.000 Menschen arbeiten werden, dürfte sich bei dem Einen oder Anderen schon rumgesprochen haben: Neben dem Terminal bauen wir Vorfelder, eine Startbahn, Parkhäuser, Energiezentralen, Feuerwachen, Gebäude für Polizei, Sicherheits- und Betriebsdienste, Straßen, Brücken, einen Bahnhof usw. usw. Dass wir zusätzlich zu der neuen Stadt auch noch jede Menge Grünflächen anlegen, ist in der Öffentlichkeit bislang weitgehend verborgen geblieben. Das ändert sich jetzt, denn das grüne Band, das sich um den Flughafen legen wird, nimmt langsam aber sicher Konturen an.

 

Zum Beispiel am vergangenen Samstag: Bei strahlendem Sonnenschein feierten die Großziethener die Wiederbelebung des 2,5 ha großen Gutsparks Großziethen mitten im Ortszentrum mit einem Fest. Der Park war in den zurückliegenden Jahrzehnten immer mehr verkommen und längst nicht mehr nutzbar. Die Grünplaner der Flughafengesellschaft haben den historischen Park mit seinen Wegebeziehungen rekonstruiert, den alten Ulmenbestand gesichert, einen Naturerlebnisraum mit Dutzenden alten Obstbaumsorten angelegt und einen bestehenden Kinderbauernhof ins Gesamtkonzept integriert.

 

Zum Beispiel Ende Juli: Bei sintflutartigem Regen übergaben die Berliner Flughäfen den 7,3 Hektar großen Gutspark Dahlewitz an die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Auch hier: Das Gelände war in den zurückliegenden Jahren verwildert und kaum noch nutzbar. Neue Wege wurden angelegt, Brücken nach historischem Vorbild errichtet, das historische Grabensystem instandgesetzt. Die vielfältigen Lebensräume für Flora und Fauna blieben erhalten, so dass Spaziergänger beim Gang durch die 1831 erstmals belegten historischen Anlagen Spechte und Fledermäuse beobachten können.

 

 

Dies sind nur zwei Beispiele für das grüne Band, das die Berliner Flughäfen gemeinsam mit den Nachbargemeinden um den neuen Airport knüpfen. Hinzu kommen drei neue Parkanlagen, die wir demnächst ebenfalls vorstellen werden, ein durch lange Baumreihen und bepflanzte Dächer bewusst grün gestalteter Bereich vor dem Flughafenterminal, 56 Kilometer Alleen, Baumreihen, Biotopverbände und sogar acht Kleingewässer für seltene Frösche und Kröten.

 

Verbunden sind die einzelnen Elemente des grünen Bands durch Radwege, die die Gemeinde Schönefeld rund um den Flughafen anlegt. Hier wird die Zusammenarbeit zwischen Flughafen und Umlandgemeinden besonders deutlich: Die Gemeinde Schönefeld errichtet Radwege, die Berliner Flughäfen sorgen für die Bepflanzung mit Alleebäumen. Für die nächsten 25 Jahren ist der Flughafen für Pflege und Erhalt des grünen Bands verantwortlich. Anschließend geht diese Aufgabe in die Hände der Anrainergemeinden über. Zu einem Zeitpunkt also, wenn die frisch gepflanzten Bäume genauso Wurzeln geschlagen haben wie der Flughafen Berlin Brandenburg, der am 3. Juni 2012 seine Türen öffnet.

 

Veröffentlicht am: 22.08.2011
von in Flughafen BER, Flughäfen Schönefeld und Tegel, Umwelt und Umland 2 Kommentare zu Das grüne Band
gastautor

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Egal, ob freie oder ehemalige Mitarbeiter, Kollegen aus anderen Abteilungen, Freunde des Flughafens oder ‚Flinke Federn‘ im Allgemeinen – unter der Kennung "Gastautor" schreiben alle, die nur sporadisch über den BER bloggen. Neue Perspektiven und ungewöhnliche Geschichten liefern Abwechslung für den Blog.

Kommentare (2)

  1. Ralf Kunkel schrieb am 2. September 2011:

    Über den Gutspark Dahlewitz schreibt die Märkische Allgemeine: http://www.nachrichten.de/panorama/Dahlewitz-Wiesen-Fleckchen-Messtischblatt-Reichard-cid_7207131/

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