Gute Nachrichten aus Griechenland sind derzeit selten. Wer sich ein eigenes Bild von der Griechenland-Krise machen will, sollte in diesen Tagen nach Hellas reisen. Während die Krise in Athen unübersehbar ist, ist sie andernorts nicht mal zu erahnen. Auf der Ägäisinsel Thassos ticken die Uhren anders. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Hellas zeigt sich von seiner besten Seite. Ein Reisebericht.

 

Wie viele Griechenland-Urlauber war auch ich vor meiner Abreise nach Thassos besorgt über die Situation vor Ort. Werde ich am Rand von Streiks und Demonstrationen entspannt im Urlaub die Seele baumeln lassen können? Wie sieht es mit der Sicherheit und Versorgung aus? Wie erreiche ich die Insel, wenn bei den Fähren gestreikt wird? All diese Sorgen waren völlig unbegründet. Griechenland empfing mich gut gelaunt, sonnig und entspannt – mit dem gewohnten und liebenswerten südländischen Müßiggang. Die Fähre verließ pünktlich ab Keramuti das Festland in Richtung Limenas, Hauptstadt der Insel Thassos.

 

Schon bei der kurzen Überfahrt fällt auf, wie grün und bergig die Insel ist. Zu Recht werden Thassos und die benachbarte kleinere Insel Samothraki als die „grünen Inseln der Ägäis“ bezeichnet: Pinien-, Kiefer- und Platanenwälder soweit das Auge reicht. Und vor allem auch Olivenbäume sind hier zu finden. Oliven sind wie Feta-Käse und Honig aus der griechischen Küche nicht mehr wegzudenken. Fast jede Speise wird mit einem Schuss Olivenöl verfeinert. Olivenanbau und Bienenzucht sind für die Thassioten enorm wichtig. Wenn die Touristensaison im Herbst abflaut, laufen Olivenernte und Honigproduktion an.

 

Thassos ist allein schon deswegen schön, weil der Massentourismus hier noch keinen Einzug gehalten hat. Idyllische kleine Fischerdörfer statt Bettenhochburgen und seelenlosen Hochhäusern prägen das Bild der Insel. Thassos lässt sich wunderschön mit dem Auto erkunden. Über die rund 100 Kilometer lange Küstenstraße kann man einmal die Insel umrunden und dabei wunderschöne Sandstrände wie den Golden Beach oder die Halbinsel Aliki im Osten der Insel entdecken.

 

 

Richtig ursprünglich geht es noch in den Bergdörfern wie Theologos oder Maries zu. Schmale asphaltierte Straßen führen entlang ausgedehnter Olivenhaine in das gebirgige Inselinnere. In den Bergdörfern kann man hübsche kleine Kirchen und traditionelle, mit Schieferplatten gedeckte Häuser entdecken. Und natürlich typisch griechische Küche probieren. In den einfachen Tavernen gibt es keine Speisekarte. Da fragt man, was es zu Essen gibt oder geht mit in die Küche und sucht sich dort etwas aus. Fleischspieße (Souvlaki), Tzatziki, griechischer Salat und Brot sind die Klassiker.

 

Von den idyllischen Bergdörfern aus kann man auf alten Pfaden wunderbar ins Hinterland wandern und die Insel dabei erst richtig kennenlernen. Alte Schilder oder Markierungen weisen den Weg zu versteckten Wasserfällen, antiken Ausgrabungsstätten und einsamen Kapellen. Wer hier nach Ruhe und Ursprünglichkeit sucht, wird sie garantiert finden.

 

Anreise: Flug mit airberlin ab Berlin-Tegel über Nürnberg nach Kavala. Von dort aus Fähre (35 Minuten) zur Insel Thassos.

 

Veröffentlicht am: 04.08.2011
von in Ganz nah, ganz fern
Schlagwörter: , , | 3 Kommentare zu Griechenland-Urlaub fernab der Krise: Die Ägäisinsel Thassos
Katrin Knauth

Katrin Knauth

Katrin Knauth betreut seit 2007 als freie Redakteurin verschiedene Flughafen-Publikationen. Für den Blog schreibt sie über neue Ziele, Reisen mit Kindern und Berliner Kulturthemen. Sie liebt das Schreiben ebenso wie das Reisen. Ihr Lieblingsreiseziel: Südostasien.
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Kommentare (3)

  1. Harry Müller schrieb am 18. August 2011:

    Ich fliege nächsten Montag nach Thassos und freue mich schon darauf , meinen Urlaub dort zu genießen. Die Bilder sprechen für sich. Ich kann es kaum erwarten an diesem Strand zu liegen und mich dann im kühlen Nass zu erfrischen 😉

    LG Harry

    PS: ich hoffe, dass es bei meinem Aufenthalt auch ruhig und friedlich sein wird.

  2. Stephan von Arx schrieb am 19. August 2011:

    Vielen Dank Katrin!
    ich kann dem nur VOLL und GANZ zustimmen! Bei uns auf Lesvos-Lesbos-Mitilini ist es GENAU SO!
    Sonnige Grüsse aus Tavari
    Stephan

  3. Katja schrieb am 9. Juli 2015:

    Wir waren bereits auf der Insel Kos und von der Krise war dort nichts zu merken. Auf http://www.finanznachrichten.de/griechenland.htm gibt es aber aktuelle Informationen zur Situation vor Ort.

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